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Vissaula

Notabelnfamilie aus Murten, die sich auch Fitzaula nannte. Stefan, der irischen Ursprungs gewesen sein soll, und dessen Sohn Peter kauften sich 1589 ins Murtner Bürgerrecht ein. Ihre Nachkommen besetzten vom 17. Jahrhundert bis nach 1870 wichtige Ämter in Stadt und Herrschaft Murten. Peter, ein Enkel Stefans, war Mitglied des Kleinen Rats (Zwölfer) und 1635 Burgermeister. Sein Bruder Wilhelm trat in kaiserliche Dienste, erhielt ein Adelsdiplom und verschaffte dem Geschlecht 1637 einen Wappenbrief. Einer von Peters Enkeln zog nach Indien, kam zu Vermögen und wurde dort ermordet. Durch Notariats- und Verwaltungstätigkeit sowie durch ihre Heiratspolitik wohlhabend geworden, erreichten die Vissaula, vor allem mit Johann David (->), Johann Abraham (1731-1807) und dessen gleichnamigen Sohn (->) zwischen 1750 und 1830 den Zenit ihrer Bedeutung. Durch Fehlinvestitionen, unter anderem im Uhrenhandel, begann ab 1850 der wirtschaftliche Abstieg der Familie, die 1921 mit dem Tod der unverheirateten Anna-Louise ausstarb.

Quellen und Literatur

  • StadtA Murten, FamA Faucherre (Vissaula), Besatzungsbücher
  • J.F.L. Engelhard, Der Stadt Murten Chronik und Bürgerbuch, 1828 (Nachdr. 1978)
  • M.F. Rubli, Murten im Wandel, 1983
  • M.F. Rubli, «Von Vissaula zu Vissaula», in Staat und Gesellschaft in Freiburg zur Mediationszeit (1803-1814), hg. von F. Python, 2005, 49-75

Zitiervorschlag

Markus F. Rubli: "Vissaula", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 06.08.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010322/2013-08-06/, konsultiert am 20.05.2024.