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Hotelfachschulen

Die Hotellerie (Gastgewerbe) bildet das Rückgrat des schweiz. Tourismus; eine entsprechende Bedeutung kommt der Ausbildung des Personals zu. 1875-1910 nahm die Hotellerie stark zu: Die Zahl der Betriebe verdreifachte sich auf 3'600 und die der Betten stieg auf 168'000. Die neu gegr. Berufsverbände waren zugleich Träger der ersten H.: Der Schweizer Hotelier-Verein (SHV, seit 2002 Hotelleriesuisse) gründete 1893 die Hotelfachschule in Lausanne, die Union Helvetia 1909 diejenige in Luzern. 1925 entstand die Hotelfachschule des Schweizer Wirteverbands (heute GastroSuisse) in Zürich. Die Krise der Hotellerie während der beiden Weltkriege und der Depression der 1930er Jahre wirkte sich auch auf die H. aus; erst nach 1950 wurden neue gegründet, meist mit privater Trägerschaft und ohne längeren Bestand.

Die H. boten sehr unterschiedl. Bildungsmöglichkeiten an: Ausbildungsgänge für Hotelsekretärinnen, für Direktionsassistentinnen und für Personal in Touristik- und Reisebüros, ausserdem Sprachlehrgänge, Managementkurse, Koch-, Service- und Chef-de-Service-Kurse sowie versch. Spezialkurse und Weiterbildungen. Das 1930 erlassene und 1933 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Berufsbildung förderte auch im Hotelfach die Differenzierung der Ausbildung. Im Sinne des "dualen Modells" werden heute Berufslehren als Hotelfachassistentin oder Hotelsekretär angeboten. Darauf aufbauend ist der Erwerb eines eidg. Fachausweises und die Absolvierung einer höheren Fachprüfung möglich. Hotelleriesuisse führt seit 1978 in der Schweiz gemeinsam mit Berufsbildungspartnern Hotelhandelsschulen in Zürich, Bern, Basel, Luzern, Lausanne, Bellinzona, Spiez und Engelberg. Die H. im engeren Sinne entwickelten sich zu Höheren Fachschulen und konzentrierten sich zunehmend auf die Kaderschulung. Dem Verein Schweiz. Hotel- und Restaurantfachschulen sind heute zwölf Schulen angeschlossen. Seit 1998 ist die Hotelfachschule in Lausanne als Hochschule für Hotellerie und Gastronomie in die Haute école spécialisée de Suisse occidentale integriert und vom Bundesrat als Fachhochschule anerkannt.

Quellen und Literatur

  • R. Bassetti, Die H. in der Schweiz, 1980
  • Aus- und Weiterbildung im Gastgewerbe, 1999