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LukasGernler

Aquarelliertes Kupferstichporträt, gestochen von Johann Jakob Thurneysen nach einem um 1670 entstandenen Gemälde von Rudolf Werenfels (Universitätsbibliothek Basel, Porträtsammlung).
Aquarelliertes Kupferstichporträt, gestochen von Johann Jakob Thurneysen nach einem um 1670 entstandenen Gemälde von Rudolf Werenfels (Universitätsbibliothek Basel, Porträtsammlung).

19.8.1625 Basel, 9.2.1675 Basel, ref., von Basel. Sohn des Johann, Obersthelfers, und der Maria Just. Maria Magdalena Zwinger, Tochter des Theodor Zwinger. Nach dem Theologiestudium unternahm G. eine dreijährige Studienreise, die ihn nach Genf, Paris, England und in die Niederlande führte. 1648 kehrte er nach Basel zurück und wurde im folgenden Jahr Hofprediger beim Generalleutnant Johann Ludwig von Erlach in Breisach. In Basel wirkte G. 1650-53 als gemeiner Helfer, dann als Obersthelfer und vom 9.2.1655 bis zu seinem Tod als Antistes am Basler Münster. 1656 wurde er Professor locorum communium et controversiarum und erwarb den Doktorgrad. Ab 1665 lehrte er als Professor Altes Testament. Sein literar. Hauptwerk sind die "Disputationes exegeticae in confessionem helveticam", eine fragmentar. Auslegung des 2. Helvet. Bekenntnisses, die ab 1661 in loser Folge erschienen. G. war an der Formulierung des "Syllabus controversiarum religionis" (1662), einer Darstellung der ref. Kirchenlehre in 588 Thesen zum Zweck akadem. Disputationen, sowie an der "Formula consensus ecclesiarum helveticarum reformatarum", der letzten reformiert-orthodoxen Bekenntnisschrift, wesentlich beteiligt. Seine hochorthodoxe, antiunionist. Theologie diente reformer. Zielen und der Stärkung der kirchl. Strukturen. G. sorgte sich auch um ethische und schul. Verbesserungen seiner Stadt. Die von G. besorgte Neuausgabe des Kirchenbuchs "Das grössere Geistliche und Herzliche Kleinod der Kirchen Gottes" (1666) sollte den christl. Unterricht fördern. G. zählt zu den bedeutendsten Predigern seiner Zeit und war ein streitbarer Vertreter der ref. Hochorthodoxie. Er wandte sich zwar gegen den staatl. Absolutismus, doch sind in seinem kirchl.-theol. Wirken absolutist. Züge erkennbar.

Quellen und Literatur

  • M. Geiger, Die Basler Kirche und Theologie im Zeitalter der Hochorthodoxie, 1952, (mit Bibl.)
  • Basilea reformata 2002, 2002, 177
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