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Johann FriedrichStapfer

8.8.1708 Brugg, Mai 1775, ref., von Brugg. Sohn des Johannes, Pfarrers in Trub und Münsingen, und der Elisabeth Ringier. Bruder von Johann (->) und Albrecht (->). Ledig. Theologiestud. in Bern, 1736 Ordination. 1738-40 Regimentspfarrer in Breisach. Im Sept. 1740 begab sich S. nach Marburg, wo er den Aufklärer und Philosophen Christian Wolff traf und v.a. mit dem theol. Wolffianer Franz Ulrich Ries verkehrte. Ein Jahr später reiste er nach Leipzig, Halle und Berlin weiter und unterhielt Kontakte zu Johann Christoph Gottsched und Siegmund Jakob Baumgarten. Nach erneutem Aufenthalt in Marburg liess er sich im Juni 1742 in Bern nieder. 1743-47 veröffentlichte S. seine fünfbändige theol. Polemik, welche die Wolff'sche Philosophie für die ref. Theologie erschloss. Zwischen 1745 und 1755 lehnte S. viermal den Ruf an die Univ. Marburg ab. Nach versch. erfolglosen Bewerbungen um akadem. und pfarramtl. Stellen im Kt. Bern berief ihn Patronatsherr Nikolaus von Wattenwyl 1750 als Pfarrer nach Oberdiessbach. S. vertrat einen orthodoxen Rationalismus Wolff'scher Prägung und verband altref. Orthodoxie mit aufgeklärter Vernunft und moderner Freiheitslehre. Neben zahlreichen anderen dogmat. und eth. Schriften veröffentlichte S. eine "Abhandlung von der besten Art zu predigen", in der er auf den Plausibilitätsverlust des Christentums reagierte.

Quellen und Literatur

  • F.W. Bautz, Biogr.-Bibliogr. Kirchenlex. 10, 1995, 1201-1206
  • U.L. Lehner, Kants Vorsehungskonzept auf dem Hintergrund der dt. Schulphilosophie und -theologie, 2007
  • T. Mahlmann, «Johann Friedrich S. - ein Schweizer Wolffianer als Apologet des Christentums», in Christian Wolff und die europ. Aufklärung, Tl. 5, hg. von J. Stolzenberg et al., 2010, 233-261
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Lebensdaten ∗︎ 8.8.1708 ✝︎ Mai 1775