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Petrus MartyrVermigli

8.9.1499 Florenz, 12.11.1562 Zürich, ab 1557 von Zürich. Sohn des Stefano, Mitglieds der Schuhmacherzunft, und der Maria Fumanti. 1) 1545 Catherine Dammartin, 2) 1559 Caterina Merenda. 1514 Beitritt zur Laterankongregation der Augustinerchorherren, 1518-1526 Studium der Theologie an der Universität Padua, 1526 Priesterweihe. 1533 Abt des Klosters San Giuliano in Spoleto, 1537 Prior des Klosters San Pietro ad Aram in Neapel. Dort kam Petrus Martyr Vermigli mit den Spiritualisten um Juan de Valdés in Kontakt. Als Prior des Klosters San Frediano in Lucca ab 1541 gründete er eine theologische Schule mit reformatorischer Tendenz. Von der Inquisition bedroht, floh er 1542 nach Zürich und Basel und zog dann nach Strassburg weiter, wo er 1542-1547 Professor für Altes Testament war. 1547-1553 unterrichtete er Theologie an der Universität Oxford. Nach seiner Verbannung aus England kehrte Vermigli nach Strassburg und schliesslich nach Zürich zurück. Dort trat er auf Bitte von Heinrich Bullinger 1556 die Nachfolge von Conrad Pellican als Professor für Altes Testament an. Vermigli stand den italienischen Glaubensflüchtlingen nahe und ersetzte manchmal Bernardino Ochino als Prediger der Gemeinde der Locarneser Glaubensflüchtlinge in Zürich. Er verfasste zahlreiche biblische Kommentare und Traktate; sein 1576 postum veröffentlichtes "Loci communes" gilt als eines der umfassendsten Werke des reformierten Protestantismus an der Schwelle zum 17. Jahrhundert.

Quellen und Literatur

  • Peter Martyr Vermigli and Italian Reform, hg. von J.C. McLelland, 1980
  • Petrus Martyr Vermigli, hg. von E. Campi, 2002
  • Pietro Martire Vermigli (1499-1562), hg. von A. Olivieri, 2003
  • Peter Martyr Vermigli and the European Reformations, hg. von F.A. James III, 2004
  • A Companion to Peter Martyr Vermigli, hg. von W.J.T. Kirby et al., 2009
  • M. Baumann, Petrus Martyr Vermigli in Zürich (1556-1562), 2010
Weblinks
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 8.9.1499 ✝︎ 12.11.1562

Zitiervorschlag

Emidio Campi: "Vermigli, Petrus Martyr", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 19.09.2012, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010893/2012-09-19/, konsultiert am 16.06.2024.