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Kunstpreise

K. sind Mittel zur Kunst- und Kulturförderung, die in ihrer älteren Form durch die Ausschreibung von Wettbewerben unter Künstlern eingesetzt wurden, während sie in einer jüngeren Form als Anerkennungsgaben für künstler. Leistungen bzw. Gesamtwerke zugesprochen werden. Im 19. Jh. waren die beiden bedeutendsten mit der Verleihung von K.n verbundenen Wettbewerbe in der Schweiz der Concours Calame und der Concours Diday, die im Andenken an zwei führende Maler der Genfer Schule gestiftet und unter der Verantwortung der Genfer Société des Arts für Landschafts- und Figurenbilder ausgeschrieben wurden. Preisgelder bildeten für Künstler, so auch für Ferdinand Hodler, lange eine wesentl. Einkommensquelle. K. mit formulierten Themen wie in Genf und einer Beurteilung durch eine kompetente Jury blieben in der Schweiz Einzelerscheinungen und existierten neben anderen Formen der Kunstförderung (v.a. Ankäufe in Ausstellungen). Seit 1899 verleiht die Eidg. Kunstkommission - seit 1917 auch die Eidg. Kommission für angewandte Kunst bzw. Gestaltung - aufgrund von Wettbewerben Preise an Kunstschaffende in Form von Stipendien. Grosse Breitenwirkung erzielte die 1942 vom Eidg. Departement des Innern ins Leben gerufene Ehrenurkunde für das beste Schweizer Plakat des Jahres, da die prämierten Werke in allen grösseren Städten ausgestellt wurden. Seit 1952 verleiht der Schweiz. Werkbund einen Preis für "Die gute Form" in versch. Sparten des Kunstgewerbes. Beachtung findet der seit 1972 vom Schweizer Heimatschutz für Anstrengungen im Interesse des Orts- und Landschaftsbildes ausgesetzte Wakker-Preis. Die Architektur kennt Preise in Verbindung mit bestimmten Materialien, wie den seit 1977 verliehenen Architekturpreis Beton. K. als Anerkennung verdienter Kunstschaffender durch das Gemeinwesen gibt es seit der Mitte des 20. Jh., dann folgte die Schaffung von Preisen auf Kantonsebene. Seither werden staatl. K. zunehmend ergänzt durch solche privater Unternehmen, die damit an Publizität gewinnen.

Quellen und Literatur

  • A. Neuweiler, La peinture à Genève de 1700 à 1900, 1945, 217-224
  • Architekturpreis Beton, 1977-
  • M. Badilatti, R.A. Stähli, Preisgekrönte Dörfer und Städte der Schweiz, 1992
  • Hb. der Kulturpreise 4, 1995-2000, hg. von A.J. Wiesand, 2001