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Emailmalerei

In der Kunst der E. wird feinst zerstossenes Farbglaspulver mit äther. Ölen gebunden, mit einem feinen Pinsel auf eine Metallunterlage (Gold, Kupfer, Eisen, seltener Silber) aufgetragen und im Schmelzofen eingebrannt. Die Unterlage ist gewölbt, mit Weissemail grundiert und auf der Rückseite gegenemailliert, um Verformungen bei den aufeinander folgenden Brennprozessen im 700-1000o heissen Ofen zuvorzukommen. Das Brennen erfolgt in einer strengen Ordnung von Etappen der Mehrfarbigkeit. Die Technik der E. erfordert ausgezeichnete Kenntnisse der Farbenchemie und eine sichere Hand in der Miniaturmalerei, denn Fehler lassen sich nicht korrigieren.

Das Verfahren der Emailminiatur, das um 1630 in Frankreich in der Gegend von Blois entstanden ist, wurde von hugenott. Flüchtlingen in Genf merklich verbessert. Mit Jean Petitot (1607-91) erreichte die E. einen Höhepunkt. Die Dynastie der Huaud nutzte sie meisterhaft zur Verzierung von Uhrgehäusen. Während des 17., 18. und 19. Jh. - bis um 1860 - entwickelten sich die Emailmaler in zwei Richtungen. Die einen spezialisierten sich auf die Verzierung von Uhren, Tabakdosen, Etuis, objets de vertu (Parfumflacons, Dosen, Kämme usw.) und Schmuck. Sie liessen sich von der jeweils vorherrschenden Malerei versch. Länder anregen, von engl., franz. oder Schweizer Stichen, um ihre Arbeiten dem Geschmack einer nationalen und internat. Kundschaft anzupassen. Zuweilen richteten sie sich nach bestimmten ikonograf. Typen, z.B. jenen der schweiz. Landschaften oder Trachten. Dies traf insbesondere für Objekte zu, die für den Tourismus hergestellt wurden. Die Vertreter der anderen Strömung waren Miniaturmaler, die individuelle Porträts anfertigten. Sie arbeiteten als Hofmaler an den grossen europ. Fürstenhöfen, deren Eleganz und Geschmack sie den in Genf verbliebenen Emailmalern vermittelten. Durch Jean-Etienne Liotard, Elisabeth Terroux, Jean-François Soiron, Nicolas Soret und andere wurde die Genfer Schule zu einer der herausragendsten und beliebtesten der Welt. Anderswo in der Schweiz, besonders in Neuenburg, war die E. in der Verzierung von Uhren und Schmuckstücken dominierend, doch nur selten reichte sie an die Qualität der Genfer Erzeugnisse heran. Mit der Erfindung der Fotografie verlor sich die Tradition der Miniaturmaler nach und nach, die E. passte sich den Stilrichtungen des beginnenden 20. Jh. an und ging beinah endgültig unter.

Quellen und Literatur

  • M. Gauthey, Emaux peints de Genève, XVIIe et XVIIIe siècles, 1975
  • F. X. Sturm, Emaux peints de Genève, XVIIIe et XIXe siècles, 1975, (mit Bibl.)