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FerdinandBuisson

20.12.1841 Paris, 16.2.1932 Thieuloy-Saint-Antoine (Picardie), ref., Franzose. Sohn des Pierre, Richters in Saint-Etienne (Rhône-Alpes). Dozent für Philosophie. B. verweigerte den im Zweiten Kaiserreich geforderten Eid und zog es vor, ins Exil zu gehen. 1866-70 Prof. der Philosophie an der Akad. Neuenburg. Mit seinem "Manifeste du christianisme libéral" (1869), welches aus dem Christentum eine unabhängige Morallehre machte, begründete er in der Westschweiz den liberalen Protestantismus. Als Reaktion auf seine Vorträge kam es 1873 zur Gründung der Freien evang. Kirche von Neuenburg. Nach 1870 wieder in Frankreich, wurde er 1878 Generalinspektor des öffentl. Unterrichts und führte unter Minister Jules Ferry die Laisierung des Schulwesens durch. Ab 1896 Prof. der Pädagogik an der Pariser Sorbonne. 1898-99 Mitarbeit an der Revision des Urteils gegen Alfred Dreyfuss und Mitbegründer sowie 1913-26 Präs. der Liga für Menschenrechte. 1902-14 und 1919-24 radikalsozialist. Parlamentsmitglied: Befürworter eines konfessionell neutralen staatl. Schulsystems, Präs. der Kommission für die 1905 vollzogene Trennung von Kirche und Staat. 1927 Friedensnobelpreis.

Quellen und Literatur

  • Principes du christianisme libéral, 1869
  • Sébastien Castellion, 1892
  • La religion, la morale et la science, 21901
  • Le vote des femmes, 1911
  • H. Meylan, «Les débuts de Ferdinand B. à Neuchâtel», in MN, 1973, 100-113
  • J.-M. Mayeur, «La foi laïque de P. Buisson», in Libre Pensée et Religion Laïque en France, 1980, 247-257
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Zitiervorschlag

Fatio, Olivier: "Buisson, Ferdinand", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.09.2017, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011063/2017-09-12/, konsultiert am 18.01.2021.