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PierreCaroli

um 1480 Rosay-en-Brie (Ile-de-France), nach 1545 wahrsch. Metz. 1536 eine Tochter des Meisters Jehan, Eisenwarenhändlers in Neuenburg. 1520 Dr. theol. in Paris. Aufgeschlossen gegenüber reformator. Ideen, weilte er 1523-35 teils in Paris, teils in Alençon (Normandie). Als Glaubensflüchtling gelangte C. über Genf und Basel nach Lausanne, wo er an der Disputation von 1536 die reformator. Thesen verteidigte. Von Bern zum ersten ref. Pfarrer von Lausanne ernannt, geriet er wegen eines an die Toten gerichteten Gebets, die Wiederkunft Christi voranzutreiben, in Konflikt mit Johannes Calvin und Guillaume Farel, die er des Arianismus bezichtigte. Er floh, seine Frau zurücklassend, und schwor dem ref. Glauben ab, predigte aber 1537 in Montpellier erneut die Rechtfertigung durch die Gnade. Aus Frankreich verbannt, erscheint er 1539 erneut in Neuenburg, wo er sich mit den schweiz. Protestanten versöhnte, jedoch keine neue Pfarrerstelle erhielt. Verbittert zog er nach Metz, dann nach Paris, wo er sich mit der Sorbonne versöhnte und heftige Attacken gegen Farel und Calvin ritt. Seine Spuren verlieren sich nach 1545.

Quellen und Literatur

  • J. Calvin, Défense de Guillaume Farel et de ses collègues contre les calomnies du théologastre Pierre C. par Nicolas des Gallars, hg. von J.-F. Gounelle, 1994
  • M. Engammare, «Pierre C.», in Jacques Lefèvre d'Etaples, 1995, 55-79
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