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AntoineCourt

17.3.1695 Villeneuve de Berg (Vivarais), 15.6.1760 Lausanne, prot., aus dem Vivarais. Sohn des Jean, Händlers, und der Marie Gébelin. Etiennette, gen. Rachel, Pagès. C. konnte sein Stud. nicht beenden und musste sich grösstenteils autodidaktisch ausbilden. Prediger ab 1713, bekämpfte er den Einfluss der in den Cevennen verbreiteten prophet. Bewegung. Nicht ohne Schwierigkeiten bemühte er sich um die Wiederherstellung der prot. Kirchenorganisation des 17. Jh. und der Orthodoxie. 1718 wurde er Pfarrer. 1720-22 weilte C. in Genf, um die führenden hugenott. Refugianten, die seine Initiativen für gefährlich hielten, zu beruhigen und sie um Leute und Geld für die prot. Eglise du Désert in Frankreich zu bitten. Es gelang ihm, die Bedenken gegen die Wiedereinrichtung einer mehr oder weniger improvisierten prot. Seelsorge zu überwinden, und die Unterstützung von Bénédict Pictet, Jean-Alphonse Turrettini, Jacques Vial sowie der Zürcher Pfarrer zu gewinnen. Um das zentrale Problem der Pfarrerausbildung für die Eglise du Désert zu lösen, setzte sich C. mit der Hilfe Berns für die Einrichtung eines Seminars in Lausanne ein. 1729 wurde dieses offiziell eröffnet und von C. zusammen mit Benjamin Du Plan geleitet. Der erste Student, Jean Bétrine, war bereits 1726 eingetreten. Die Kurse erteilten Lehrer der Lausanner Akad. in privater Funktion, z.B. Georges Polier de Bottens, Jean Salchli und Abraham Ruchat. Um Nachstellungen zu entgehen, verliess C. 1729 Frankreich endgültig und flüchtete mit seiner Fam. nach Lausanne. Von dort aus setzte er seine Arbeit im Dienste der prot. Kirche in Frankreich fort, sowohl als Gründer eines Zentralkomitees, das diese beraten und unterstützen sollte, als auch als Publizist.

Quellen und Literatur

  • BPUG, Nachlass
  • E. Hugues, Antoine C., 1872
  • H. Vuilleumier, Histoire de l'Eglise réformée du Pays de Vaud sous le régime bernois 4, 1933
  • P. Cardon, Antoine C., mémoire maîtrise Paris IV, 1981
  • Entre désert et Europe, le pasteur Antonie C. (1695-1760), hg. von H. Bost, C. Loriol, 1998
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