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Jean-AlphonseTurrettini

13.8.1671 Genf, 1.5.1737 Genf, reformiert, von Genf. Sohn des François (->). 1708 Julie Du Pan, Tochter des Marc, Ersten Syndics. Ab 1685 Studium der Literatur, der Philosophie und der Theologie in Genf. Während seiner akademischen Wanderjahre besuchte Jean-Alphonse Turrettini bis im Dezember 1693 die Niederlande, England und Frankreich. Bei diesen Aufenthalten lernte er eine beachtliche Zahl von Gelehrten, Theologen und Pfarrern kennen, darunter Jacques Basnage, Pierre Jurieu, Pierre Bayle, Jean Le Clerc, Gilbert Burnet, Isaac Newton, Nicolas Malebranche und Bernard de Fontenelle. Nach seiner Ordination 1694 wirkte er zuerst als Pfarrer der italienischen Kirche Genfs, dann in der Stadt. 1697-1737 war er an der Akademie Genf Professor für Kirchengeschichte, 1705-1737 Professor für Theologie sowie 1701-1711 Rektor. Turrettini galt im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts als herausragende Persönlichkeit des aufgeklärten Protestantismus. Er war in ganz Europa weit über kirchliche Kreise hinaus angesehen und wurde zu einem geschätzten Mitglied der Gelehrtenrepublik; seine umfangreiche Korrespondenz von ca. 5000 grösstenteils nicht edierten Briefen zeugt von dieser internationalen Ausstrahlung. Seine Tätigkeit entfaltete sich hauptsächlich in drei Richtungen: in der Erarbeitung einer post-orthodoxen, gemässigt rationalistischen Theologie unter Einbezug der natürlichen Theologie, in der Förderung wichtiger Reformen innerhalb der Genfer Kirche – etwa die Abschaffung der Formula Consensus und die Durchsetzung einer neuen Liturgie – und im Einsatz für eine Wiedervereinigung der verschiedenen protestantischen Konfessionen.

Quellen und Literatur

  • Opera omnia theologica, philosophica et philologica, 3 Bde., 1774-76
  • BGE, Nachlass
  • M.-C. Pitassi, «L'apologétique raisonnable de Jean-Alphonse Turrettini», in Apologétique 1680-1740, 1991, 99-118
  • M.I. Klauber, Between Reformed Scholasticism and Pan-Protestantism, 1994
  • M.-C. Pitassi, Inventaire critique de la correspondance de Jean-Alphonse Turrettini, 6 Bde., 2009
Weblinks
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Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 13.8.1671 ✝︎ 1.5.1737

Zitiervorschlag

Maria-Cristina Pitassi: "Turrettini, Jean-Alphonse", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 25.02.2014, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011336/2014-02-25/, konsultiert am 25.05.2024.