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Fanum

Der dem religiösen Wortschatz der Römer entlehnte Ausdruck F. bezeichnet einen heiligen Bezirk mit einem oder mehreren Sakralbauten. Typisch für die rund 20 bis heute entdeckten Heiligtümer im Gebiet der Schweiz (Lausanne-Vidy, Avenches, Thun-Allmendingen, Augst) sind die galloröm. Tempel, die innerhalb des klar abgegrenzten heiligen Gebiets liegen (in der franz. Fachsprache wird der Terminus F. auch zur Bezeichnung solcher Tempelbauten verwendet). Diese Tempel, Zentralbauten meist quadratischen, seltener runden Grundrisses, haben eine geschlossene cella als Mittelpunkt, um die ein Säulenumgang angelegt sein kann (daher auch die dt. Bezeichnung Umgangstempel). Ihre besondere Anlage, die von den mediterranen Tempeln abweicht, entsprach den spezif. Anforderungen der Rituale, die aus der Begegnung von kelt. und röm. Religion hervorgegangen waren. Verbreitet waren solche Tempel v.a. in den Nordwestprovinzen des Röm. Reiches.

Quellen und Literatur

  • Les sanctuaires celtiques et leurs rapports avec le monde méditerranéen, hg. von J.-L. Brunaux, 1991
  • I. Fauduet, Atlas des sanctuaires romano-celtiques de Gaule, 1993
  • I. Fauduet, Les temples de tradition celtique en Gaule romaine, 1993
  • Les sanctuaires de tradition indigène en Gaule romaine, hg. von C. Goudineau et al., 1994