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Johann JakobBreitinger

Porträt des Zürcher Gelehrten. Öl auf Leinwand von Johann Caspar Füssli, um 1755 (Schweizerisches Nationalmuseum, AG-10160).
Porträt des Zürcher Gelehrten. Öl auf Leinwand von Johann Caspar Füssli, um 1755 (Schweizerisches Nationalmuseum, AG-10160). […]

17.3.1701 Zürich, 14.12.1776 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Franz Caspar, Knopfmachers, zeitweilig Geheimsekr. des Hzg. von Württemberg, dann Majors der Zürcher Bürgermiliz, und der Verena Schubinger. 1735 Esther Schinz, Tochter des Hans Jakob, Bäckers. Nach dem Besuch des Collegium humanitatis und des Collegium Carolinum in Zürich wurde B. 1720 für das geistl. Lehramt ordiniert. Im selben Jahr begann die langjährige Zusammenarbeit mit Johann Jakob Bodmer. Nach dem Muster von Joseph Addisons moral. Wochenzeitschrift "The Spectator" gaben die beiden die "Die Discourse der Mahlern" (1721-23) heraus. Ebenfalls in die 1720er Jahre fällt die gemeinsame Gründung der "Gesellschaft der Mahler" und der "Helvet." bzw. "Hist. Gesellschaft", sowie der Beginn von B.s jahrzehntelanger Tätigkeit als Herausgeber, u.a. der "Septuaginta" (1730-32), und ― als Mitherausgeber ― von Martin Opitz' Gedichten sowie der berühmten Manesse-Handschrift. 1731 wurde B. zum Prof. des Hebräischen am Collegium humanitatis wie am Collegium Carolinum ernannt, ab 1740 unterrichtete er zudem Logik und Rhetorik, 1745 wurde er Prof. für Griechisch am Carolinum und zugleich Chorherr am Grossmünster. Noch die 1768 von ihm angeregte Gründung der Asket. Gesellschaft zur Weiterbildung angehender Pfarrer zeugt von seinen lebenslangen pädagog. und bildungsreformer. Bemühungen. Über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannt wurde B. durch seine ästhet. und kunsttheoret. Schriften der 1740er Jahre, die sich z.T. in einen streitbaren Gegensatz zur Leipziger Schule Johann Christoph Gottscheds stellten und mit ihrem Plädoyer für eine erweiterte Geltung der Einbildungskraft, des Wunderbaren und der Phantasie der jungen Lyrikergeneration von Immanuel Jakob Pyra, der "Bremer Beiträge" und v.a. Friedrich Gottlieb Klopstock neue Wege wiesen.

Quellen und Literatur

  • Crit. Abh. von der Natur, den Absichten und dem Gebrauche der Gleichnisse, 1740
  • Crit. Dichtkunst, 2 Bde., 1740
  • ZBZ, Nachlass
  • W. Bender, Johann Jakob Bodmer und Johann Jakob B., 1973
  • H.O. Horch, G.-M. Schulz, Das Wunderbare und die Poetik der Frühaufklärung, 1988
  • Killy, Literaturlex. 2, 194-196
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