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EliasCanetti

25.7.1905 Russe (Bulgarien), 14.8.1994 Zürich, span.-jüd. Herkunft. Sohn des Jacques, Kaufmanns. 1) 1933 Veza Taubner-Calderon, 2) 1971 Hera Buschor. Ab 1911 lebte C. in Manchester, ab 1913 in Wien. 1916-21 Besuch der Primar- und Kantonsschule in Zürich, 1924 Abitur in Frankfurt am Main. 1924-29 Stud. der Chemie in Wien (1929 Dr. phil. nat.). C., der im Alter von 6 Jahren Deutsch gelernt hatte, begann seine schriftsteller. Tätigkeit Ende der 1920er Jahre und war stark von Karl Kraus und dessen Sprachideal beeinflusst. 1931 vollendete er den Roman "Die Blendung" (erschienen 1935), der den Konflikt zwischen Geist und Welt in grotesker Übersteigerung darstellte. 1938 folgte die Emigration nach London. C.s theoret. Hauptwerk "Masse und Macht" (1961) gibt eine krit. Analyse der Gesellschaft, insbesondere der menschl. Neigung zu Gewalt und Führerkult. In seinen weiteren Essays, Dramen (u.a. "Die Hochzeit" 1932, "Komödie der Eitelkeiten" 1950) und Aphorismen (u.a. "Die Provinz des Menschen" 1973, "Die Fliegenpein" 1992) betrieb C. in z.T. satir. Form Gesellschaftskritik. Er verfasste Charakterskizzen ("Der Ohrenzeuge" 1974) und autobiogr. Schriften (u.a. "Die gerettete Zunge" 1977). Hauptthemen seiner Schriften waren neben den Mechanismen der Macht die Verantwortung des Dichters und v.a. im Spätwerk die Auseinandersetzung mit dem Tod. Der ab 1988 in Zürich (ab 1972 Zweitwohnsitz) niedergelassene Autor erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 1972 den Georg-Büchner-Preis, 1981 den Nobelpreis für Literatur.

Quellen und Literatur

  • D. Barnouw, Elias C., 1979
  • E. Piel, Elias C., 1984
  • C., hg. von M.E. D'Agostini, 1985
  • Elias C.: Blendung in Lebensform, hg. von F. Aspetsberger, G. Stieg, 1985
  • R. Gentis, La folie C., 1992
  • Ist Wahrheit ein Meer von Grashalmen?, hg. von J.P. Strelka, Z. Széll, 1993
  • Wortmasken, hg. von O. Huber, 1995
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Lebensdaten ∗︎ 25.7.1905 ✝︎ 14.8.1994