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Deutscher Orden

Der D. wurde als geistl. Ritterorden 1190 in Palästina zur Verteidigung des Hl. Landes und zur Betreuung kranker Pilger und Kreuzfahrer (Kreuzzüge) gegründet. Die Mitglieder des Ordens legten die monast. Gelübde (Armut, Keuschheit, Gehorsam) ab. Neben den Ritterbrüdern gab es im D. Priesterbrüder, locker assoziierte Halbbrüder, Familiaren und Ordensschwestern. Der Orden wurde zentral vom Hochmeister und dem Generalkapitel regiert und war in versch. Verwaltungseinheiten (Balleien) unterteilt, denen die einzelnen Ordenshäuser (Kommenden, Komtureien) unterstellt waren. In der Blütezeit des Ordens im 13. Jh. wurden Niederlassungen in ganz Europa und im Mittelmeerraum gegründet, hauptsächlich aber in den Territorien des Hl. Röm. Reiches und in Nordosteuropa. Ab ca. 1300 verlegten sich die Aktivitäten des D.s vermehrt auf die Landnahme und Christianisierung in den balt. Ländern.

Im Gebiet der heutigen Schweiz wurden im 13. und 14. Jh. innerhalb der Ballei Elsass-Burgund Kommenden in Basel, Bern, Hitzkirch, Köniz, Sumiswald und Tannenfels (Gem. Nottwil) gegründet, jeweils mit einer Anzahl kleinerer Niederlassungen und Besitzungen. Häuser der Deutschordensschwestern sind für Bern und Hitzkirch überliefert. Neben den eigenen Aufgaben nahm der D. im MA teilweise auch grundherrschaftl. Funktionen und kirchl. Patronatsrechte (z.B. Bern) wahr. Im SpätMA und infolge der Reformation ging die Anzahl der Niederlassungen und Mitglieder stark zurück, obwohl einige Ordenshäuser auch in ref. Gebieten (z.B. in Basel) weiterbestanden. Die letzten schweiz. Ordenshäuser wurden zu Beginn des 19. Jh. aufgehoben (z.B. Hitzkirch 1806).

Quellen und Literatur

  • M. Tumler, Der D. im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 [...], 1955
  • C. Maier, «Forschungsber. zur Gesch. der geistl. Ritterorden in der Schweiz», in SZG 43, 1993, 419-428
  • K. Militzer, Von Akkon zur Marienburg: Verfassung, Verwaltung und Sozialstruktur des D.s 1190-1309, 1999
  • HS IV/7