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Johann GottfriedEbel

Porträt von Johann Gottfried Ebel. Titelkupfer für das Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Zürich von Johann Heinrich Meyer, 1833 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).
Porträt von Johann Gottfried Ebel. Titelkupfer für das Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Zürich von Johann Heinrich Meyer, 1833 (Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung und Fotoarchiv).

6.10.1764 Züllichau (Preussisch-Schlesien, heute Sulechów, Polen), 8.10.1830 Zürich, reformiert, Deutscher, 1796 Franzose, 1801 helvetisches Bürgerrecht, nach 1803 von Zürich. Sohn eines Kaufmanns. Johann Gottfried Ebel studierte Medizin in Frankfurt an der Oder und promovierte 1789. Er hielt sich 1790-1792 in Zürich auf und veröffentlichte 1793 den geologisch ausgerichteten, mehrfach aufgelegten und durchgesehenen Reiseführer Anleitung auf die nützlichste und genussvollste Art in der Schweitz zu reisen, der unter anderem Friedrich Schillers Wilhelm Tell beeinflusste. Als Anhänger der Französischen Revolution reiste Ebel 1796 nach Paris, wo er sich auch mit politischen Reformen für die Schweiz beschäftigte, die er ab 1802 wiederholt besuchte. 1808 versuchte er mit dem Werk Über den Bau der Erde in dem Alpen-Gebirge als Erster eine eigentliche Synthese der Geologie der Alpen vorzulegen. Ab 1810 lebte er in Zürich bei der Familie Escher-Gossweiler, wo er sich als Mitglied verschiedener gelehrter Gesellschaften auch mit Grenzgebieten der Naturwissenschaften auseinandersetzte, etwa mit der Anwendung der Wünschelrute oder mit dem tierischen Magnetismus. 1813 erschien seine Denkschrift Abriss des politischen Zustandes der Schweiz. Der sich anbahnende Fremdenverkehr in der Schweiz geht auch auf Ebels Reiseberichte zurück.

Quellen und Literatur

  • Staatsarchiv Zürich, Zürich, Teilnachlass
  • Zentralbibliothek Zürich, Zürich, Handschriftenabteilung, Teilnachlass
  • M. Brunner, Johann Gottfried Ebel, 1976
  • P. Faessler, Johann Gottfried Ebel als Reiseliterat, 1983
  • T. Germann, «Johann Gottfried Ebel und sein Panorama von der Albishochwacht», in Cartographica Helvetica, 1996, Heft 13, 23-30
  • C. Reichler, R. Ruffieux, Le voyage en Suisse, 1998, 637-655 (mit Auszügen aus dem Reiseführer der Schweiz)
  • S. Franks et al., Aus der Frühzeit der alpinen Geologie, 2001
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