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Tannenfels

Die Burg und der Hof T. (Gem. Nottwil) bildeten vom SpätMA an bis 1798 den Kern einer kleinen, gleichnamigen Herrschaft, die Güter und Rechte v.a. in den umliegenden Weilern Ei, Gattwil, Iflikon und St. Margrethen umfasste. Die Burg wurde vermutlich von den Kyburger Ministerialen von Sursee-T. gebaut; um 1250 wird Werner von Sursee erstmals mit dem Zunamen T. erwähnt. Ab Ende des 13. Jh. war sie ein Lehen der Gf. von Neuenburg, das den Twing T. sowie den Twing und Zehnten von Buttisholz umfasste. Katharina von Wessenberg, die Witwe Burkhards von T., verkaufte die Herrschaft mit der Burg Kasteln (Gem. Menznau) um 1348 dem Dt. Orden; dazu gaben die Gf. von Neuenburg 1365 ihr Einverständnis. 1349 ist in T. erstmals die neu eingerichtete kleine Kommende des geistl. Ritterordens fassbar. Sie erhielt 1375 den Kirchensatz Trachselwald. Es sind nur zwei Komture bekannt. Die im Sempacherkrieg 1386 gemäss Chronistik zerstörte Kommende wurde aufgelöst, deren Güter und Rechte übernahm die Kommende Hitzkirch. T. lag im Hochgerichtskreis des Michelsamts, doch konnte sich 1443 das Amt Ruswil die westl. Höfe um T. einverleiben. 1678 erwarb Eustach von Sonnenberg die Herrschaft. 1687 kam sie an Johann Kaspar Mayr von Baldegg, der die Burgruine wieder aufbaute. 1752-1808 standen Schloss und Herrschaft im Besitz der Fam. Balthasar. 1818-88 hatte die elsäss. Musikerfamilie Stockhausen das Schloss inne, danach die Segesser von Brunegg, seit 1955 die Schnyder von Wartensee. Das Schloss wurde 1752 barockisiert und 1912 durch einen Turm erweitert.

Quellen und Literatur

  • GHS 2, 29-32
  • Kdm LU 4, 1956, 304 f.
  • F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 60 f.
  • HS IV/7, 804-807
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