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Hartmann von Aue

Mittelhochdt. Dichter, dessen mutmassl. Schaffenszeit zwischen 1180 und 1210 fällt. Sprachl. Merkmale lassen auf eine Herkunft aus dem alemann. Sprachraum schliessen, wobei offen bleibt, auf welches "Au" sich die Herkunftsbezeichnung bezieht. Ein Eglisau zuzuordnender, 1238 urkundlich bezeugter Heinricus de Ouwe gehörte der Freiherrenfamilie von Tengen an. Das in den spätma. Liederhandschriften überlieferte Wappen H.s (weisse Adlerköpfe auf blauem oder schwarzem Grund) ist in der St. Galler Wappenrolle für die seit 1238 belegte kyburg. Ministerialenfamilie der Wespersbühler (Burg Westerspüll) im Thurgau nachweisbar, was zu der Hypothese geführt hat, der Dichter habe sich als Angehöriger dieser Fam. in den Dienst der Frh. von Tengen begeben, sich nach seinem Dienstort genannt, jedoch sein Familienwappen beibehalten. H. führte mit seinen Bearbeitungen der franz. Vorlagen "Erec" und "Iwein" den Artus-Roman in die dt. Literatur ein; daneben sind von ihm Minne- und Kreuzzugslyrik, das didakt.-theoret. Streitgespräch "Klage", die religiöse Beispielerzählung "Der arme Heinrich" und die Papstlegende "Gregorius" überliefert.

Quellen und Literatur

  • VL 3, 500-520
  • C. Cormeau, W. Störmer, H., 21993
  • V. Schupp, J. von Lassberg, «H., ein Schweizer, und zwar ein Thurgauer?», in Ist mir getroumet mîn leben? hg. von A. Schnyder et al., 1998, 127-139
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