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ReidenKommende

Johanniterkommende in der Gem. R. Deren Gebäude sollen über eine mit den 1168-1210 genannten Rittern Walter und Ulrich von R. in Verbindung gebrachte, hochma. Burganlage errichtet worden sein, die aber nicht nachgewiesen werden konnte. Die alte Grosspfarrei R. befand sich 1275 im Besitz der Herren von Ifenthal. Der Twing R. war damals bereits geteilt, wobei die eine Hälfte Markwart von Ifenthal innehatte. 1280 verkauften die Herren von Ifenthal ihren Besitz wohl an den Johanniterorden. Dieser liess auf dem erhöhten Platz oberhalb der Siedlung von Wall und Graben umgebene Kommendebauten erstellen, zu der eine Johannes dem Täufer geweihte, 1391 erw. Kirche mit Friedhof gehörte (1813 abgetragen). 1570 und um 1700 fanden umfassende Erneuerungen statt, die der Anlage das heutige Aussehen gaben. Der erste Komtur wird 1284 erwähnt. Bis etwa 1330 hing R. von der Kommende Thunstetten ab, ab 1331 vom Komtur von Klingnau. 1342-1440 dürfte die kleine Kommende eine gewisse Selbstständigkeit genossen haben (eigenes Siegel). Um die Mitte des 15. Jh. kam sie zur Kommende Leuggern, 1472 bis zur Aufhebung 1807 zur Kommende Hohenrain. Der Besitz der Kommende konzentrierte sich auf R. und dessen Nachbarschaft. Die Niedergerichtsherrschaft R. lag im Amt Willisau, das ab 1407 Luzern unterstand. 1421 schloss die Stadt mit dem Komtur einen Vertrag, der die gemeinsame Verwaltung des Twings R. regelte. 1532 sind erstmals Vögte erwähnt, die im Auftrag des Luzerner Rats die Kommende beaufsichtigten. Die einst mit der Kommende verbundenen Rechte und Pflichten gingen erst 1951 vom Staat Luzern an die kath. Kirchgemeinde R. über. Die archäolog. und dendrochronolog. Untersuchungen 1985-87 klärten die Geschichte der Kommendebauten. Die beiden Gebäude weisen weitgehend ma. Originalsubstanz auf; das Holz im Dachbereich wurde z.T. im Winter 1313-14 geschlagen.

Quellen und Literatur

  • A. Aregger et al., Johanniterkommende R., 1989
  • HS IV/7, 405-415