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Humilimont

Ehem. Prämonstratenserabtei in der Gem. Marsens FR, daher auch Marsens genannt. In der Diözese Lausanne gelegen, gehörte H. zur Zirkarie Burgund. Patrone waren Maria, Petrus und Martin. Ins Leben gerufen wurde die Abtei zwischen 1136 und 1141; das Gründungsdatum ist schwer zu ermitteln, weil die entsprechende Notiz nur vidimiert überliefert und wahrscheinlich verunechtet ist. Der Gründer war wohl Wilhelm II. von Corbières, der auch an der Gründung von Lac de Joux (1126), der Mutterabtei H.s, beteiligt war (eher als drei Brüder aus der Fam. Everdes-Vuippens, Inhaberin der Vogtei im 14. Jh.). H. war anfänglich ein Doppelkloster. Der weibl. Teil wurde um 1140/48 nach Posat verlegt. Bis Mitte des 13. Jh. verwalteten Konversbrüder den umfangreichen Grund- und Rebbesitz; Eigenwirtschaften des Klosters bestanden in Marsens, Mollettes, Posat, La Bruyère, Hauteville und Dézaley. Danach wurde das Land verpachtet. Zu H. gehörten ferner die Kirchen von Vuippens und Villarvolard, die allerdings nur selten von den Chorherren selbst versehen wurden. Das Nekrologium von 1338, das bis zur Aufhebung weitergeführt wurde, zeigt eine vielfältige Klosterfamilie und einen engen, stützenden Ordensverband. Das Verhältnis des Klosters zu den Vögten von Everdes-Vuippens im 14. und denen von Langin-Everdes im 15. Jh. war konfliktreich. Nach der Eroberung der Herrschaft Everdes 1475 ging die Vogtei an die Stadt Freiburg über, die H. 1482 ins Burgrecht aufnahm und im 16. Jh. zunehmend Einfluss auf die Abtwahlen ausübte. Das Tagebuch des zweitletzten Abts Claude Fracheboud (1565-72) ist erhalten. Im Jahr 1580 wurde das Kloster trotz des Protests der Mönche und des Ordens aufgehoben, um mit dessen Mitteln die Errichtung der Jesuitenniederlassung in Freiburg zu fördern.

Quellen und Literatur

  • «Le Journal de Claude Fracheboud, avant-dernier abbé d'H.», in Ann. frib. 13, 1925, 215-231; 14, 1926, 244-257
  • HS IV/3, 411-426