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Kalchrain

Ehem. Zisterzienserinnenabtei, Gem. Hüttwilen TG. Bis 1814 Diözese Konstanz, seit 1828 Basel. Vaterabt war zunächst der Abt von Salem, ab 1603 der Abt von Wettingen. Das zwischen 1324 und 1331 gegr., 1331 als chloster ze unser frowen celle, daz da lit bi Kalcharn erstmals erw. Kloster wurde 1848 aufgehoben.

Erste sichere Nachricht gibt 1331 die Schenkung von Hof und Kirchensatz zu Herdern an das von Konrad von Klingenberg, Bf. von Freising (seit 1324), gestiftete Kloster. Die Klostertradition verlegt die Stiftung in das Jahr 1230 und schreibt sie Ulrich Walter von Klingen zu. Eine anfängl. Förderung durch die Herren von Klingen ist gewiss. Wahrscheinlich wurde K. zuerst mit Feldbacher Nonnen besetzt; 1336 ist die erste Äbtissin erwähnt. Die Klostergüter, darunter die Höfe K., Moorwilen (Gem. Hüttwilen), Buch bei Frauenfeld und Bietenhard (Gem. Lustdorf), vermochten nur einen kleinen Konvent zu versorgen; eine eigene Gerichtsherrschaft bestand nicht. Die Schirmhoheit ging 1460 mit der Landgrafschaft Thurgau an die eidg. Orte über. 1481 sank K. zum Priorat herab. Neben dem Brand von 1521 trug die Reformation zum teilweisen Verfall bei. So wohnten 1539 nur die Priorin Agnes Kantengiesser, 1556 fünf Konventualinnen und drei "alte (ref.?) Frauen" in K. Da nach 1553 unter direkter eidg. Verwaltung die materiellen Grundlagen geschaffen wurden, wurde K. nach Tagsatzungsbeschluss 1562 wieder Abtei. 1563-77 erfolgte unter Äbtissin Catherina Schmid aus Magdenau der Wiederaufbau von Teilen des Klostervierecks; der Gründungsbau der Kirche blieb erhalten. Im 17. bis 18. Jh. erlebte der Konvent eine religiöse, personelle und dank Stiftungen auch ökonom. Blüte (1720 21 Chorfrauen, 7 Laienschwestern). 1705-24 entstand unter Catharina Reich ein barocker Neubau von Kloster und Kirche nach Plänen von Caspar Moosbrugger. 1848 zogen Äbtissin und Konvent vorübergehend in das ehem. Kloster Paradies. Nachfolgekonvent ist seit 1856 Mariastern-Gwiggen (Vorarlberg). Die Gebäude von K. dienten ab 1849 als Zwangsarbeits-, seit 1942 als Arbeitserziehungsanstalt; sie wurden 1983-85 gesamthaft restauriert.

Quellen und Literatur

  • HS III/3, 740-763
  • Zisterzienserbauten in der Schweiz 1, 1990, 155-162
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