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ChristophMurer

Februar 1558 Zürich, 27.3.1614 Winterthur, ref., von Zürich. Sohn des Jos (->). Bruder des Josias (->). 1586 Margareth Schmid. Lehre als Glasmaler und Kartograf bei seinem Vater in Zürich, mit dem er 1579 einen Standesscheibenzyklus für das Kloster Wettingen schuf. Danach lebte M. in Basel, stellte Glasgemälde für Leonhard Thurneysser her und gab 1580 die grossen Radierungen "Woher der Eydgenoss'n Ursprung sey" und "Vermanung an ein Lobliche Eydgnoschafft zuor Einigkeit" heraus. Bis 1582 arbeitete er im Auftrag von Wilhelm Tuggener an der Schweizerkarte "Helvetia cum Confederatis". 1583-86 hielt sich M. in Strassburg auf, arbeitete in der Werkstatt von Tobias Stimmer und als Fassadenmaler. Dann eröffnete er in Zürich eine eigene Glasmalereiwerkstatt, die er mit seinem Bruder Josias leitete. Es folgten Aufträge von Zünften, Korporationen, Privaten und Regierungen (z.B. Luzern, Nürnberg, Speyer, St. Gallen) für Glasscheiben mit herald., mytholog., christl. oder allegor. Inhalt. M. betätigte sich auch als Porträtist und Hinterglasmaler. Er illustrierte Georg Gruppenbachs Bibel und steuerte Holzschnittvorlagen für Sebastian Münsters "Cosmographia"-Ausgabe von 1598 bei. Bis kurz vor seinem Tod schrieb M. an seinem mit Fabeln angereicherten Drama über die Christenverfolgung "Ecclesia Edessanea [...]", das jedoch von der Zensur verboten wurde. Seine Illustrationen zum Drama wurden von Heinrich Rordorf mit neuen Versen versehen und 1622 unter dem Titel "XL. Emblemata miscella nova" publiziert. M.s eloquente und damals neuartige Bildschöpfungen zu allegor.-emblemat. und nationalhist. Themen hatten grossen Einfluss auf die schweiz. Kunst des 17. Jh. Sie prägten Grafik und (Glas-)Malerei und dienten als ikonograf. Vorlagen für Silberarbeiten oder Ofenkacheln. Ab 1586 Mitglied der Saffranzunft, 1611-14 Amtmann in Winterthur.

Quellen und Literatur

  • P. Leemann-van Elck, Die zürcher. Buchillustration, 1952, 89 f.
  • T. Vignau-Wilberg, Christoph M. und die XL. Emblemata miscella nova, 1982
  • AH 12, 204-210
  • BLSK, 769
  • Farbige Kostbarkeiten aus Glas, Ausstellungskat. München, Zürich, 1999, 57 f.
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ Februar 1558 ✝︎ 27.3.1614

Zitiervorschlag

Oberli, Matthias: "Murer, Christoph", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.04.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012175/2012-04-12/, konsultiert am 03.12.2021.