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FerdinandVetter

3.2.1847 Osterfingen (heute Gemeinde Wilchingen), 6.8.1924 ehemaliges Kloster Stein am Rhein, reformiert, von Stein am Rhein. Sohn des Ferdinand, Pfarrers, und der Rosalie geborene Raschle. Bruder des Theodor (->). 1878 Mary Ellen Verena Brodbeck, Stieftochter von Josef Viktor Widmann. 1866-1868 Studium an der Universität Basel (u.a. bei Wilhelm Wackernagel und Jacob Burckhardt), 1868-1869 in Berlin, 1872 Promotion in Göttingen. 1870-1873 Kantonsschullehrer in Chur, 1874 in Aarau und Privatdozent an der Universität Zürich. 1876-1880 Deutschlehrer am Gymnasium Bern, 1876 ausserordentlicher Professor, 1886-1921 ordentlicher Professor für germanische Philologie (später ältere deutsche Literatur) an der Universität Bern, 1897-1898 Dekan, 1909-1910 Rektor. Ferdinand Vetter publizierte zur bernischen Literaturgeschichte, unter anderem zu Niklaus Manuel, Albrecht von Haller und Jeremias Gotthelf, betreute die erste Volksausgabe der Werke Gotthelfs (1898-1902) und edierte zahlreiche mittelalterliche Texte, unter anderem Texte zur Mystik und Chronistik. 1891-1897 redigierte er die "Schweizerische Rundschau". Vetter, der sich zunehmend der Kunstgeschichte widmete, gehörte 1880 zu den Gründern des Berner Münsterbauvereins, beschäftigte sich mit der Geschichte des Klosters St. Georgen in Stein am Rhein, das er 1888 von seinem Vater übernahm, und verfasste Schauspiele, unter anderem das Festspiel "Niklaus Manuel" (1900) anlässlich der Vollendung des Münsterturms. Als Denkmalschützer gebar er die Idee eines Roten Kreuzes für das Kunstwerk ("Friede dem Kunstwerk!" 1917).

Quellen und Literatur

  • StadtA Stein am Rhein, Teilnachlass
  • ThBeitr. 62, 1925, 105-114 (mit Werkverz.)
  • Kosch, Deutsches Literatur-Lex. 25, 413-416
  • Internat. Germanistenlex. 1800-1950, hg. von C. König, Bd. 3, 2003, 1938-1940
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Zitiervorschlag

Peter Röllin: "Vetter, Ferdinand", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.04.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012366/2015-04-30/, konsultiert am 16.06.2024.