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Josef ViktorWidmann

20.2.1842 Nennowitz (Mähren, heute Ortsteil von Brünn, Tschechische Republik), 6.11.1911 Bern, reformiert, von Augst und Liestal. Sohn des Joseph Otto, Pfarrers, und der Charlotte geborene Wimmer, Pianistin. 1865 Sophie Brodbeck geborene Ernst. Schulen in Liestal und Basel, 1861-1862 Studium der Theologie und Philosophie in Basel, 1862-1864 in Heidelberg und 1864 in Jena, 1865 theologisches Staatsexamen. Organist und Singlehrer in Liestal, 1867 Pfarrhelfer in Frauenfeld, 1868-1879 Direktor der Einwohnermädchenschule in Bern, wegen liberaler Ansichten nicht wiedergewählt, 1880-1911 Feuilletonredaktor beim "Bund", ab 1881 auch Leiter des "Sonntagsblatts". Als führender Literaturkritiker der deutschen Schweiz machte Josef Viktor Widmann das Feuilleton zu einem Ort, an dem auch politische und soziale Fragen diskutiert wurden. Obwohl eher konservativen Geschmacks und Autoren wie Carl Spitteler, Arnold Ott und Adolf Frey zugetan, förderte er auch Talente wie Robert Walser, Ricarda Huch und Hermann Hesse. Als Dichter blieb Widmann in seinen Erzählungen, Versdichtungen, Theaterstücken und Libretti epigonal. Aus seiner umfangreichen Korrespondenz sind die Briefwechsel mit Henriette Feuerbach, Huch, Gottfried Keller, Spitteler und Clara Schumann veröffentlicht. Mit Johannes Brahms unternahm er drei Italienreisen. 1880 Dr. phil. h.c. der Universität Bern.

Quellen und Literatur

  • Ein Journalist aus Temperament, hg. von E. Pulver, R. Käser, 1992 (ausgewählte Feuilletons, mit Werkverz.)
  • Teilnachlässe in: BBB, Dichter- und Stadtmuseum Liestal, StadtB Winterthur
  • E. und M. Widmann, Josef Viktor Widmann, 2 Bde., 1922-24
  • Personenlex. des Kt. Basel-Landschaft, bearb. von K. Birkhäuser, 1997, 167
  • TLS, 2092 f.
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 20.2.1842 ✝︎ 6.11.1911

Zitiervorschlag

Rätus Luck: "Widmann, Josef Viktor", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.02.2015. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012396/2015-02-03/, konsultiert am 16.04.2024.