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OttoWirz

Porträt des Schriftstellers, um 1945 (Schweizerisches Literaturarchiv, Sammlung Photopress).
Porträt des Schriftstellers, um 1945 (Schweizerisches Literaturarchiv, Sammlung Photopress).

3.11.1877 Olten, 2.9.1946 Gunten (Gem. Sigriswil), von Schöftland. Sohn des Otto, Ingenieurs, und der Ida geb. Lüscher. 1909 Fanny Clara Wyss, Sängerin. Gymnasium in Donaueschingen (Baden, D), ab 1895 Stud. am Technikum Winterthur, ab 1899 an der Techn. Hochschule München, ab 1900 an der techn. Hochschule Darmstadt, 1904 Diplom als Elektroingenieur. 1907-08 Konstrukteur bei Escher Wyss & Co. in Zürich, 1908-26 Experte am Eidg. Amt für Geistiges Eigentum (Patentamt) in Bern. Von Hermann Hesses "Peter Camenzind" angeregt, publizierte W. ab 1908 unter dem Pseudonym Hans Schöftlander Gedichte und Erzählungen, vertonte Gedichte von Hesse und verfasste Musikkritiken für die Zeitung "Der Bund" und die "Schweiz. Musikzeitung". Sein Romanerstling "Gewalten eines Toren" (1923, Neuausgabe 1969) ist einem bis zur Unverständlichkeit getriebenen Expressionismus zuzurechnen. Seine Figuren sind gespalten zwischen Bürgerlichkeit und Rebellion, Kultur und Protest, Wirklichkeit und Ideal. In seinen späteren Werken, etwa "Prophet Müller-zwo" (1933), legte W. stärkeres Gewicht auf eine geschlossene Handlungsführung. Mit konventionellen Liebesromanen ("Späte Erfüllung" 1936, "Rebellion der Liebe" 1937) versuchte er erfolglos, im nationalsozialist. Deutschland Fuss zu fassen. 1933 bekannte sich W. zum neuen Deutschland, 1940 gehörte er zu den Unterzeichnern der Eingabe der 200, weshalb er in der Schweiz als Sympathisant des Nationalsozialismus galt. Sein letzter Roman, "Rebellen und Geister", blieb Fragment und erschien 1965 postum.

Quellen und Literatur

  • SLA, Nachlass
  • BLAG 883-885
  • Helvet. Steckbriefe, hg. von W. Weber, 1981, 302-307
  • Killy, Literaturlex. 12, 361 f.
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 3.11.1877 ✝︎ 2.9.1946