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Mont-Terri

Archäolog. Fundstelle, Gem. Cornol JU. Das bis 800 m hohe Gebirgsmassiv befindet sich am Übergang des Passes Les Rangiers; auf der Nordseite ist es von der Jurakette abgetrennt, im Süden und Westen fallen imposante Steilhänge ab. Das 4 ha grosse Hochplateau des Bergs überragt die Ajoie und die Burgund. Pforte. Schon in prähistor. Zeit wurde der M. befestigt und als Zufluchtsort und Kontrollposten benutzt. Bereits im 18. Jh. zog die Fundstelle von nationaler Bedeutung viele Forscher an. Im 19. und 20. Jh., v.a. 1984, 1985 und 1987, wurden Sondiergrabungen durchgeführt. Geschliffene Äxte und ein Werkplatz zur Bearbeitung von Feuerstein (Pfeilspitzen) weisen auf eine neolith. Besiedlung hin. Eine erste Befestigung des nördl. und östl. Rands des Bergrückens dürfte der Anfangsphase der Bronzezeit zuzuordnen sein (um 1250 v.Chr.). Einige typ. Gegenstände deuten auf ein Hallstattgrab hin. Zu Beginn des 1. Jh. v.Chr. bestand eine kelt. Siedlung. Sie soll aus freien Stücken zerstört und danach durch einen Wall, der mit Holzstämmen armiert war und dessen Frontseite eine Trockensteinmauer bildete (murus gallicus), ersetzt worden sein. Diese Ereignisse könnten in Zusammenhang mit dem Auszug und der Rückkehr der Helvetier und der Rauriker 58 v.Chr. stehen. Danach war die Stätte bis zu den ersten Alemanneneinfällen um 260 n.Chr. verlassen. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine neue Befestigung in Form einer Holzpalisade errichtet; in der Mitte des 4. Jh. war eine röm. Garnison dort stationiert. Auf dem höchsten Punkt des Plateaus liegen die spärl. Überreste eines von einer Ringmauer umgebenen ma. Turms, der aus der Karolingerzeit stammen könnte. Während des Dreissigjährigen Kriegs wurde der M. schliesslich als Zufluchtsort benutzt.

Quellen und Literatur

  • G. Kaenel et al., «L'occupation celtique du Mont Terri sur la base d'anciennes collections jurassiennes», in JbSGUF 67, 1984, 95-122
  • P.-A. Schwarz, Die spätlatenezeitl. und spätröm. Höhensiedlung auf dem Mont Terri (Cornol JU), 1993, (dt., franz. und engl. Zusammenfassungen)
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