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Agnes von Ungarn

Agnes von Österreich

um 1281, 1364 Königsfelden. Tochter von König Albrecht I. von Habsburg und der Elisabeth von Görz-Tirol. König Andreas III. von Ungarn (1301). Agnes lebte von 1317 an, ohne Gelübde abzulegen, als Witwe im Kloster Königsfelden und entfaltete von da aus eine reiche politische Tätigkeit im Dienste der Habsburger. Unter ihr wurde das von ihrer Mutter an der Todesstätte des am 1. Mai 1308 ermordeten König Albrecht gestiftete Doppelkloster für Klarissen und Minoriten verschiedentlich neu geordnet und reich ausgestattet. Die Klosterkirche erhielt durch die um 1325-1330 in Auftrag gegebenen Glasfenster den Charakter einer christlichen Gedächtnisstätte des Hauses Habsburg. Als Beraterin Herzog Albrechts II. (des Lahmen) von Österreich und als Repräsentantin der habsburgischen Interessen in den Vorderen Landen (Vorderösterreich) wurde Agnes nach 1330 sowohl in innerstädtischen Bürgerkämpfen wie in Konflikten zwischen Habsburg und den Eidgenossen als Vermittlerin angerufen (1333 und 1340 Frieden zwischen Bern und Freiburg, 1351 erfolgloser Schiedsspruch zwischen Rapperswil, Zürich und den Waldstätten). Sie selber befand sich im lebenslänglichen Besitz der habsburgischen Herrschaftsrechte im Amt Bözberg und im Eigenamt, einschliesslich der Stadt Brugg. Das Spital der Stadt Baden wurde von ihr gestiftet, zahlreiche Vergabungen, unter anderem zugunsten des Dominikanerinnenklosters Töss, dem ihre Stieftochter Elisabeth von Ungarn als Nonne beigetreten war, festigten ihren Anspruch, als Nachfolgerin der heiligen Elisabeth von Thüringen zur pietas Austriaca beigetragen zu haben. In ihrem Auftrag verfasste der Eichstätter Bischof Philipp von Rathsamhausen um 1314 eine lateinische Vita der heiligen Waldburgis. Meister Eckhart widmete Agnes sein "Buch der göttlichen Tröstung". Das kostbare Altar-Diptychon von König Andreas von Ungarn (heute Historisches Museum Bern) hatte Agnes Königsfelden vermacht.

Quellen und Literatur

  • G. Boner, «Die polit. Wirksamkeit der Königin Agnes von Ungarn», in Brugger Njbl. 75, 1965, 3-17
  • HS V/1, 561-570
  • S. Marti, «Königin Agnes und ihre Geschenke – Zeugnisse, Zuschreibungen und Legenden», in K+A 47, 1996, 169-180
Weblinks
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VIAF

Zitiervorschlag

Martina Wehrli-Johns: "Agnes von Ungarn", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 03.04.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012465/2001-04-03/, konsultiert am 30.09.2022.