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Cono vonStäffis

Seite des Chartulars des Domkapitels Lausanne (Burgerbibliothek Bern, Cod. B 219, f. 3r).
Seite des Chartulars des Domkapitels Lausanne (Burgerbibliothek Bern, Cod. B 219, f. 3r). […]

1200 erstmals erw., 19.8.1243/44 . Sohn von Cono I. 1200 war S. Domherr in Lausanne, 1202 Dompropst und ab 1211 Administrator des Bistums. Als Propst erhielt er durch die Bullen von Papst Honorius III. 1217 und 1218 die Bestätigung. 1214-15 studierte S. an einem unbekannten Ort, 1222-23 in Paris. Bei der Doppelwahl von 1239-40, durch die das Bischofsamt Johann von Cossonay und Philipp I. von Savoyen zufiel, spielte S. eine wichtige Rolle. Bekannt ist er v.a. als Verfasser des Lausanner Chartulars (in der Burgerbibliothek Bern aufbewahrt), einer Bestandsaufnahme der Rechte des Domkapitels und der Bischofskirche. Diese Aufzeichnungen wurden auf seine Initiative 1202 begonnen und nach dem Brand von 1235, der die Kathedrale und die Stadt zerstörte, fortgeführt. Das Chartular enthält einen Zinsrodel, ein Güter- und ein chronolog. Verzeichnis, zwei Chroniken, ein Verzeichnis der Pfarreien und einen Nekrolog. Für die Verwaltungsgeschichte der Westschweiz hat dieses frühe Urbar eine besondere Bedeutung, denn es ist das älteste erhaltene Chartular im Einflussgebiet Savoyens und das erste, das so vielfältige Verwaltungsdokumente umfasst. Es dokumentiert auch eine neue Verwaltungsmethode der Region.

Quellen und Literatur

  • Cartulaire du Chapitre de Notre-Dame de Lausanne, hg. von C. Roth, 1948
  • HS I/4, 375 f.
  • F.M. Bischoff, «Kodikolog. Beitr. zum Lausanner Kartular», in Mabillons Spur, hg. von P. Rück, 1992, 167-191
  • E. Tremp, «Wunder und Wallfahrt», in Francia 32, 2005, 91-119
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