de fr it

Wildenmannlisloch

Endogene Korrosionshöhle im Seewerkalk des Selunerrucks (Churfirsten) auf 1635 m in der Gemeinde Wildhaus-Alt St. Johann SG. Die Höhle ist ca. 150 m lang, der Eingang gegen Nordosten orientiert. Erste Höhlenbärenfunde stammen von 1906. Wegen Raubgrabungen erfolgte 1923-1927 eine von Emil Bächler geleitete Ausgrabung. 1955 überprüfte Elisabeth Schmid die Ergebnisse. Es ergeben sich folgende Befunde: Zwischen je einer sterilen Lehm- und einer Lehm-Lössschicht liegt die sogenannte Höhlenbärenschicht. Darüber lagern Blockschutt und eine dunkle Lehmablagerung. Im Wildenmannlisloch wurden ca. 30 Steinwerkzeuge aus eozänem Ölquarzit und rotem Radiolarit sowie Spuren alpiner Fauna mit Höhlenbär und Höhlenlöwe entdeckt. Die unteren Schichten sind innerhalb der letzten Eiszeit nicht präziser datierbar. Die Geräte stehen technisch den Funden aus dem Wildkirchli nahe. Sie belegen eine zeitlich begrenzte Anwesenheit von Menschen während einer gemässigten Phase der Würmeiszeit (ca. 40'000-35'000 v.Chr.).

Quellen und Literatur

  • J.-P. Jéquier, Le Moustérien alpin, 1975
  • SPM 1

Zitiervorschlag

Regula Anna Steinhauser-Zimmermann: "Wildenmannlisloch", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 07.01.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/012769/2013-01-07/, konsultiert am 13.06.2024.