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Victor von Tomils

Der legendenumwobene Priester Victor von Tomils aus dem 9. Jahrhundert soll von einem Betrüger enthauptet worden sein und danach seinen Kopf auf einen Hügel bei Tomils getragen haben, auf dem eine 1449 geweihte Kapelle errichtet wurde. Kirchweihfest der Kapelle ist der 8. Mai, der Tag des im Jahr 303 enthaupteten Mailänder Märtyrers Victor Maurus, weshalb es sich bei der Victorslegende möglicherweise um eine lokale Umdeutung der Victor-Maurus-Legende handeln könnte. Victor von Tomils's Heiligentag ist jedoch der 28. Mai. Verehrt wurde der Heilige ab 1496, als seine Reliquien von Tomils ins Kloster Cazis überführt wurden. 1646 wurde dort möglicherweise die Vita "In festo S. Victoris Tomilensis Presbyteri et Martyris" redigiert. Ikonografische Zeugnisse aus dem frühen 16. Jahrhundert finden sich in der Victorskapelle in Tomils. Bei dem in der rätoromanischen "Canzun de s. Vetger de Tumegl" (1731 gedruckt) besungenen Martyrium handelt es sich um eine sekundäre Legendenbildung, gemäss der Victor von Tomils von zwei Knechten im Auftrag des Grafen Jörg von Werdenberg-Sargans geköpft worden sein soll.

Quellen und Literatur

  • Proprium Sanctorum Antiquissimi Episcopatus Curiensis, 1646
  • H. Batz, Die Kirchen und Kapellen des Kt. Graubünden 2, 2003, 1007
  • R. Di Natale, Das Kephalophoren-Wunder in churrät. Viten, 2005, 113-142, 198-207
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Zitiervorschlag

Adolf Collenberg: "Victor von Tomils", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.01.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013035/2014-01-15/, konsultiert am 22.02.2024.