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Dürmenach

Polit. Gem. im franz. Dep. Haut-Rhin, an der Ill gelegen. 1187 Terminachum, später Dirmenach. 1789 774 Einw.; 1851 1'147; 1982 894; 2004 899. Vom 14. Jh. an bei der Grafschaft Pfirt, bis zur Franz. Revolution Lehen der von Flachslanden, 1790 dem franz. Kt. Ferrette zugeschlagen. 1354 und 1445 durch Basler Truppen geplündert. Ab Mitte des 18. Jh. starke Zunahme der jüd. Bevölkerung (1784 340; 1807 450; 1851 547). 1802-84 Rabbinatssitz. Im 18. Jh. entwickelte sich D. durch die Tätigkeit der Juden als Vieh- und Getreidehändler zum Handelszentrum. Der zeitweise starke Judenhass der christl., v.a. in Landwirtschaft und Handwerken tätigen Bevölkerung äusserte sich 1848 im sog. Judenrumpel, als innert fünf Tagen 75 jüd. Häuser zerstört wurden. Ein Grossteil der jüd. Bevölkerung fand vorübergehend Asyl in Basel. Trotz markantem Bevölkerungsschwund zwischen 1850 und 1945 (Emigration und Verfolgung der Juden, 1905 noch 138 jüd. Einwohner) blieb D. wichtiger Marktort. Rund 70% der Erwerbstätigen von D. arbeiteten Ende des 20. Jh. ausserhalb der Gem., davon die Hälfte in der Schweiz (v.a. Basel und Umgebung).

Quellen und Literatur

  • Encyclopédie de l'Alsace 5, 1984
  • M. Rothé, M. Warschawski, Les synagogues d'Alsace et leur histoire, 1992
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