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ChristianSchenk

1.10.1781 Schwimmbach (Gem. Signau), 20.11.1834 Bern, ref., von Signau. Sohn des Ulrich, Bauern und Webers. Bruder des Ulrich (->). 1805 Verena Lüthy, Tochter des Johann, Bauern, von Langnau im Emmental. Ab 1797 arbeitete S. als Büchsenmacher in Bern, später als Zeugschmied in Signau. Durch die Teilnahme am Bockenkrieg 1804 erhielt er Einblick in die Ostschweizer Textilindustrie. Im gleichen Jahr siedelte er nach Bern über und rüstete zwei Textilfabriken mit Eigenkonstruktionen aus. In seinen Werkstätten produzierten bis zu 70 Gesellen Feuerspritzen, Sämaschinen und Präzisionsgewehre. 1812 gründete S. mit Unterstützung des Politikers Samuel Friedrich Lüthardt eine feinmechan. Werkstätte, in der er in enger Zusammenarbeit mit der Berner Akademie u.a. astronom. Instrumente und Theodoliten anfertigte. 1816 konstruierte der Mechanikus, wie er auch genannt wurde, die erste schweiz. Dampfmaschine. Die Eindrücke einer Studienreise nach Paris 1818 hielt er in einem 1837 veröffentlichten Tagebuch fest. Geschäftl. Misserfolg zwang S. 1820 zur Aufgabe des Feinmechanikbetriebs. Sein Erfindergenie wurde mit Mitgliedschaften in der franz. Société d'encouragement pour l'industrie nationale 1818, der Schweiz. Naturforschenden Gesellschaft 1820 und der bern. Ökonom. Gesellschaft 1825 gewürdigt.

Quellen und Literatur

  • «Lebens-Gesch. des Christian S., Mechanikus in Bern, 1811», in Flausen im Kopf, hg. von A. Messerli, 1984, 39-48, 289-291 (Teiledition und Porträt)
  • R. Lauterburg, Mechaniker Christian S., 1867
  • C. Schenk, M. Pfister, Mechanikus Christian S., 1956
  • Der Bund 14.10. und 21.10.1995; 10.6.2000
  • H. Schmutz, Die Feuerspritzenbauer, 2003
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