de fr it

NiklausWolf von Rippertschwand

1.5.1756 Unterlindig (Gem. Neuenkirch), 18.9.1832 während eines Besuchs im Kloster St. Urban, kath., von Neuenkirch. Sohn des Johann, Bauern und Amtsweibels im Amt Rothenburg, und der Anna Maria Muff. 1799 Maria Barbara Müller. Wohlhabender Bauer und Anwender fortschrittl. Betriebsmethoden, v.a. im Obstbau, ab 1788 Inhaber der väterl. Liegenschaft in Rippertschwand. Für einen Angehörigen seiner Generation und seines Stands war W. ungewöhnlich belesen und gehörte zu den Notabeln seiner Gemeinde. 1798 war er Mitglied der luzern. Nationalversammlung. Im Herbst 1802 unterstützte er aus kirchenpolit. Überzeugung die föderalist. Erhebung gegen die helvet. Regierung. Als Vertreter des Wahlkreises Sempach gehörte W. 1803-05 dem Luzerner Grossrat an. Geprägt durch eine Romwallfahrt 1775, die jesuit. Volksmissionen 1778 und 1780 und seine enge Beziehung zur franziskan. Bewegung, widmete er sich zunehmend seiner religiösen Sendung: Berichte über Spontanheilungen durch sein Gebet und die Anrufung Jesu machten ihn über die Kantonsgrenzen hinaus als Helfer und Ratgeber bekannt. W. stand in Kontakt mit versch. Pfarrgeistlichen, v.a. mit Repräsentanten der Johann-Michael-Sailer-Schule. Durch seinen Gebetsverein erreichte W. breite Kreise der Bevölkerung. Nach seinem Tod wurde der Gebetsverein zur institutionalisierten, konservativen polit. Kraft. W. übte grossen Einfluss auf den mit ihm befreundeten konservativen Politiker Josef Leu von Ebersol, dem späteren Präs. des Gebetsvereins, aus. W.s charismat. Persönlichkeit war alles Exaltierte und Ekstatische fremd. Ein Seligsprechungsprozess der kath. Kirche ist seit 1955 im Gang.

Quellen und Literatur

  • StALU
  • A. Sigrist, Niklaus Wolf von Rippertschwand, 1952
  • H. Bossard-Borner, Im Bann der Revolution, 1998
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Variante(n)
Niklaus Wolf
Lebensdaten ∗︎ 1.5.1756 ✝︎ 18.9.1832