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NiklausWolf von Rippertschwand

Kerze mit einem Porträt von Niklaus Wolf von Rippertschwand, 2012 (Niklaus-Wolf-Stiftung, Neuenkirch; Fotografie Martin Bachmann).
Kerze mit einem Porträt von Niklaus Wolf von Rippertschwand, 2012 (Niklaus-Wolf-Stiftung, Neuenkirch; Fotografie Martin Bachmann). […]

1.5.1756 Unterlindig (Gemeinde Neuenkirch), 18.9.1832 während eines Besuchs im Kloster St. Urban, katholisch, von Neuenkirch. Sohn des Johann, Bauern und Amtsweibels im Amt Rothenburg, und der Anna Maria Muff. 1799 Maria Barbara Müller. Wohlhabender Bauer und Anwender fortschrittlicher Betriebsmethoden, vor allem im Obstbau, ab 1788 Inhaber der väterlichen Liegenschaft in Rippertschwand. Für einen Angehörigen seiner Generation und seines Stands war Niklaus Wolf ungewöhnlich belesen und gehörte zu den Notabeln seiner Gemeinde. 1798 war er Mitglied der luzernischen Nationalversammlung. Im Herbst 1802 unterstützte er aus kirchenpolitischer Überzeugung die föderalistische Erhebung gegen die helvetische Regierung. Als Vertreter des Wahlkreises Sempach gehörte Wolf  1803-1805 dem Luzerner Grossrat an. Geprägt durch eine Romwallfahrt 1775, die jesuitische Volksmissionen 1778 und 1780 und seine enge Beziehung zur franziskanischen Bewegung, widmete er sich zunehmend seiner religiösen Sendung: Berichte über Spontanheilungen durch sein Gebet und die Anrufung Jesu machten ihn über die Kantonsgrenzen hinaus als Helfer und Ratgeber bekannt. Wolf stand in Kontakt mit verschiedenen Pfarrgeistlichen, vor allem mit Repräsentanten der Johann-Michael-Sailer-Schule. Durch seinen Gebetsverein erreichte er breite Kreise der Bevölkerung. Nach seinem Tod wurde der Gebetsverein zur institutionalisierten, konservativen politischen Kraft. Wolf übte grossen Einfluss auf den mit ihm befreundeten konservativen Politiker Josef Leu von Ebersol, dem späteren Präsidenten des Gebetsvereins, aus. Wolfs charismatische Persönlichkeit war alles Exaltierte und Ekstatische fremd. Ein Seligsprechungsprozess der katholischen Kirche ist seit 1955 im Gang.

Quellen und Literatur

  • StALU
  • A. Sigrist, Niklaus Wolf von Rippertschwand, 1952
  • H. Bossard-Borner, Im Bann der Revolution, 1998
Weblinks
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Kurzinformationen
Variante(n)
Niklaus Wolf
Lebensdaten ∗︎ 1.5.1756 ✝︎ 18.9.1832

Zitiervorschlag

Gregor Egloff: "Wolf von Rippertschwand, Niklaus", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 15.06.2017. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013356/2017-06-15/, konsultiert am 23.04.2024.