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Friedrich OttoPestalozzi

Porträt von Friedrich Otto Pestalozzi. Ölgemälde von Hans Caspar Ulrich, um 1930 (Privatsammlung; Fotografie Martin Bachmann).
Porträt von Friedrich Otto Pestalozzi. Ölgemälde von Hans Caspar Ulrich, um 1930 (Privatsammlung; Fotografie Martin Bachmann).

2.11.1846 Zürich, 12.1.1940 Zürich, reformiert, von Zürich. Sohn des Rudolf Alexander Pestalozzi, Eisenhändlers, und der Emilie geborene Wiser. 1878 Regula Anna Junghans, seine Cousine, aus Schramberg im Schwarzwald. Friedrich Otto Pestalozzi besuchte das Gymnasium und anschliessend die Industrieschule in Zürich, wo er die Ausbildung zum Kaufmann absolvierte. Während seines Aufenthalts 1867-1871 in England betätigte er sich in der Firma des Schweizer Generalkonsuls. 1871-1878 arbeitete er im elterlichen Betrieb, 1878-1921 dann als Teilhaber der Firma Pestalozzi. 1878-1887 wirkte er zudem als belgischer Konsul in Zürich. 1879-1897 sass Pestalozzi im Grossen Stadtrat von Zürich sowie 1883-1918 im Kantonsrat. 1865 trat er in die schwärmerisch-rückwärtsgewandte Gesellschaft vom alten Zürich ein und war Wortführer der Konservativen in Zürich, die auf den Wahllisten und in der Fraktion der Liberalen, später der Freisinnigen, Gastrecht erhielten. 1875 gehörte er zu den Mitgründern des protestantisch-konservativen Eidgenössischen Vereins, der sich vor allem in nationalen Abstimmungskampagnen profilierte. Zudem engagierte er sich in verschiedenen Sozialwerken der Evangelischen Gesellschaft. Pestalozzi arbeitete an diversen konservativen Zeitungen mit, unter anderem als Korrespondent der Allgemeinen Schweizer Zeitung in Basel und 1883-1916 als Herausgeber der Gratiszeitung Schweizerblätter. Er war 1878 Mitinitiant und bis 1882 Redaktor der Neuauflage des Zürcher Taschenbuchs und erwarb mit Hilfe von Gesinnungsgenossen 1889 die Zürcherische Freitagszeitung. Pestalozzi präsidierte 1888-1895 die Zürcher Künstlergesellschaft und gab 1898 auch den Anstoss zur Erarbeitung des Schweizerischen Künstler-Lexikons, das er bis 1918 leitete. Als ehemaliger Präsident der Kirchenpflege Fraumünster stand er der Baukommission der Kirchenrenovation von 1910-1911 vor. Wegen seiner konservativen Gesinnung und des Engagements für die Lokalgeschichte galt Pestalozzi als Verkörperung des alten Zürichs schlechthin. 1916 erhielt er den Ehrendoktor der Universität Zürich.

Quellen und Literatur

  • «Dr. phil. h.c. Friedrich Otto Pestalozzi. 2. November 1846 bis 12. Januar 1940», in: Zürcher Taschenbuch auf das Jahr 1941, 1940, S. 16-26 (Nachruf nach eigenen Aufzeichnungen, mit Werkverzeichnis).
  • Eidenbenz-Pestalozzi, Emil: Friedrich Otto Pestalozzi, 1846-1940, 1952 (Neujahrsblatt zum Besten des Waisenhauses Zürich, 115).
  • Pestalozzi-Keyser, Hans: Geschichte der Familie Pestalozzi, 1958, S. 161-163.
Weblinks
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GND
VIAF

Zitiervorschlag

Illi, Martin: "Pestalozzi, Friedrich Otto", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 16.09.2020. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013508/2020-09-16/, konsultiert am 25.11.2020.