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MünzmeisterBeruf

Der Beruf des M.s umfasste je nach Epoche und geogr. Landesbereich neben der Leitung einer Münzstätte auch deren Finanzierung, den Unterhalt, die Rekrutierung des für die Münzprägung verantwortl. Personals sowie die Metallbeschaffung. Im 6. und 7. Jh. sind erste Namen von merowing. monetarii auf Goldmünzen, z.B. aus Sitten, bekannt (Münzen). Im 12. Jh. waren die M. Vorsteher eigentl. Hausgenossenschaften, die für die Herstellung des Geldes verantwortlich waren; die für diese Zeit wieder spärlich vorhandenen Quellen lassen allerdings in der Regel die Unterscheidung zwischen den Fachleuten für die Prägung und den Geldwechslern, Silberhändlern oder mitfinanzierenden Unternehmern nicht zu (so z.B. in Zürich). In der Neuzeit, in der sich die M. oft aus dem Kreis der Goldschmiede oder Metallhändler rekrutierten, änderte sich der Beruf insofern, als dass viele münzberechtigte Stände ihre Münzmeister durch sog. Wardeine beaufsichtigen liessen. Sie waren nun keine freien Unternehmer mehr. Verträge (Akkorde) schrieben ihnen vor, wie sie ihr Geld auszuprägen hatten. Städte wie Genf oder St. Gallen verlangten von ihren M.n, ihre Münzzeichen auf den Geprägen anzubringen. Andererseits gewährten diese Münzherren ihrem Meister Schutz, falls andere Stände die Qualität des geschlagenen Geldes in Frage stellten. Bis ins 18. Jh. erlaubten diverse kleinere Münzherren wie z.B. Schwyz, Obwalden und Appenzell Innerrhoden einem auf eigene Rechnung arbeitenden M., in ihrem Namen zu prägen. Diese Verpachtung (Admodiation) wurde an den Münzkonferenzen regelmässig verurteilt.

Die Münzprägung wurde bis ins 16. Jh. mittels Hammerschlag getätigt; dann kamen allmählich mechan. Prägeeinrichtungen wie Walzen- und Taschenwerke - solche wurden u.a. auch in der Eidgenossenschaft erfunden - auf. Die Einführung moderner Kniehebelpressen im 18. und 19. Jh. sorgte dafür, dass bald nur noch gut ausgerüstete Münzstätten gewinnbringend arbeiten konnten. Herausragende Prägestätten mit berühmten M.n waren Genf, Solothurn und Bern.

Quellen und Literatur

  • R. Kunzmann, Die M. der Schweiz, 1987