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Schattenwirtschaft

Die S., auch informeller Sektor genannt, umfasst die Produktion von Sachgütern und Dienstleistungen, die an sich legal sind, jedoch vor den Behörden verborgen werden, die Produktion von illegalen Gütern und Dienstleistungen sowie nicht ausgewiesene Naturaleinkommen.

Der Begriff S. drückt eine Abgrenzung von der offiziellen Wirtschaft aus. Daher sind Eigenarbeiten wie z.B. Gemüseanbau erst dort Teil der S., wo sie einen versteckten Beitrag zum Sozialprodukt darstellen. Die volkswirtschaftl. Bedeutung des seit den 1920er Jahren kontrovers diskutierten Phänomens ist schwierig einzustufen. Nach Schätzungen, die S. mit Schwarzarbeit gleichsetzen, ist sie in der Schweiz nur schwach ausgeprägt, hat seit den 1970er Jahren jedoch stark zugenommen. Mitte der 1980er Jahre erzielte die S. einen Marktwert von ca. 3% des Bruttosozialprodukts (BSP). Anderen Schätzungen zufolge beträgt ihr Umsatz zwischen 6 und 8% des BSP.

Als Hauptgründe für die Ausweitung der S. gelten die zunehmende Steuerbelastung, Sozialabgaben, die sinkende Steuermoral sowie die Verkürzung der Arbeitszeiten. Besonders betroffen sind die Bereiche Hauswirtschaft, Reinigungs-, Gast- und Baugewerbe. Die S. gilt als Konkurrenz für die offizielle Wirtschaft. Sie entzieht dem Staat Ressourcen, schwächt die Sozialwerke, bringt das Lohn- und Preisgefüge durcheinander und unterminiert die Arbeiterschutzmassnahmen; angesichts der Zunahme der organisierten Kriminalität kommt diesen Aspekten besondere Bedeutung zu. Umstritten ist die Ansicht, dass Teile der S. selbst in einer gut funktionierenden Marktwirtschaft Inseln grösserer Eigenverantwortlichkeit darstellen und zur Verringerung der Arbeitslosigkeit beitragen.

Quellen und Literatur

  • H. Weck-Hannemann et al., Die heiml. Wirtschaft, 1986
  • J. Jessen et al., Arbeit nach der Arbeit, 1988
  • A. Breitbach, Steuerhinterziehung und S. aus gesamtwirtschaftl. Sicht, 2000