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Bodenschätze

Bodenschätze als Rohstoffe, die im ober- oder unterirdischen Bergbau gewonnen werden, sind: 1. organische Stoffe, zum Beispiel Kohle, Torf (Torfstecherei), Asphalt, Erdgas (Gas), Erdöl, 2. Minerale, zum Beispiel Salz, Baryt, Fluorit, Asbest, Talk, 3. Steine und Erden, zum Beispiel Kies, Sandstein, Kalk, Ton, Schiefer, Mergel, Gips, 4. Erze, zum Beispiel Eisen, Blei, Edelmetalle, 5. Mineralien, zum Beispiel Bergkristalle, Schmuck- und Edelsteine. Die Schweiz ist arm an abbauwürdigen Erzen (ausser Eisen), nicht aber an Salz, Asphalt, Kohle, Steinen und Erden (Steinindustrie) sowie Mineralien.

Bis in die frühe Neuzeit dienten die meisten Bodenschätze der Schweiz der örtlichen Nachfrage. Überregional gehandelt wurden namentlich Salz (Bex), Eisen (Gonzen, Fricktal), Schiefer (Glarus) und Bergkristalle (Zentralalpen). Nachdem im 19. Jahrhundert infolge des Eisenbahnbaus der Distanzschutz weggefallen war, wurde der Abbau der meisten Bodenschätze unrentabel; lohnend blieb die Gewinnung von Salz, Asphalt und Schiefer. Mit der steigenden Bautätigkeit erlebte dagegen der Bereich Steine und Erden einen nachhaltigen Aufschwung (Zement, Ziegelei). Im 20. Jahrhundert reduzierte sich der Abbau von Kohle und Erz auf die Kriegsjahre. Die wenigen verbliebenen Eisen- und Asphaltminen sowie der Schieferabbau wurden in den 1960er bis 1980er Jahren eingestellt. Die Suche nach neuen Bodenschätzen (zum Beispiel Wolfram), Atom- (Uran) und fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Erdöl zeitigte, mit Ausnahme der Kosten deckenden Erdgasförderung in Finsterwald (1985-1994), qualitativ und quantitativ unbefriedigende Ergebnisse.

Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert resultiert aus intensiven naturwissenschaftlichen Forschungen der Industrie, des Eidgenössischen Büros für Bergbau (Erster und Zweiter Weltkrieg) und der Schweizerischen Geotechnischen Kommission (seit 1899) ein umfangreiches Wissen über einheimische Bodenschätze. Zwar schränken beim Gros der Fundstellen mangelnde Qualität und Quantität, neuerdings auch gesetzliche Auflagen sowie Einsprachen von Landschaftsschutz und Naturschutz die Gewinnung ein. Der erreichte Wissensstand aber erspart künftigen Abbauvorhaben teure Irrtümer und jahrelange Prospektionen. Er erlaubt in Krisenzeiten innert nützlicher Frist eine partielle Versorgung mit einigen wichtigen Rohstoffen (zum Beispiel Eisen). Selbst kleinen Lagerstätten bestimmter Elemente (zum Beispiel Wolfram, Molybdän, Nickel, Kobalt) kommt Bedeutung zu, da die benötigten Mengen gering sind.

Quellen und Literatur

  • P.-L. Pelet, L. Hubler, «Ressources minières et politique vaudoise: 1798-1848», in RHV, 1970, 81-185
  • P.-L. Pelet, Une industrie reconnue, 21993
  • Die mineral. Rohstoffe der Schweiz, 1997
Weblinks
Kurzinformationen
Kontext Blei, mineralische Rohstoffe

Zitiervorschlag

Werner Bellwald: "Bodenschätze", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 23.03.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/013917/2011-03-23/, konsultiert am 01.12.2022.