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HansHalbsuter

um 1410 Root, um 1480 Luzern. Spätestens ab 1431 in der Stadt Luzern wohnhaft, erhielt Hans Halbsuter 1435 das Bürgerrecht. 1441 und 1464 wird er unter dem Rat der Hundert erwähnt. Er fungierte 1449-1450 als Gerichtsweibel und 1454 als Pfleger der Herren- und Schützenstube. Der Schreiner und Pulverhändler wurde 1455 nach mehreren Injurienstreiten zu zwei Monaten Verbannung verurteilt und bezog später einer Rente für verarmte Ratsmitglieder. Werner Steiner nennt Halbsuter in seiner Liederchronik von 1533 als Autor des frühestens in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts entstandenen Sempacher- oder Halbsuterlieds. Darin wird Winkelried erstmals namentlich und in bewusster Gegenüberstellung zu Petermann von Gundoldingen erwähnt (Sempacherkrieg). Das Konglomerat aus Überlieferung und Heldenepik vermittelt die volkstümliche Ansicht des Schlachtgeschehens im Gegensatz zur offiziellen Chronistik. Der erste Druck des Halbsuterlieds stammt von Augustin Fries aus dem Jahr 1545.

Quellen und Literatur

  • Marchal, Guy P.: «Leopold und Winkelried. Die Helden von Sempach oder: wie ein Geschichtsbild entstand», in: Arnold von Winkelried. Mythos und Wirklichkeit. Nidwaldner Beiträge zum Winkelriedjahr 1986, 1986, S. 73-111.
Von der Redaktion ergänzt
  • Hugener, Rainer: «Gesungene Geschichte(n). Eidgenössische Schlachtlieder in Chroniken und Flugschriften (Teil 1)», in: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, 72/2, 2022, S. 257-273.
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Zitiervorschlag

Gregor Egloff: "Halbsuter, Hans", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 06.02.2023. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014139/2023-02-06/, konsultiert am 09.02.2023.