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Kuhrecht

Der Begriff Kuhrecht (franzosisch droit de vache, italienisch piede d'erba, romanisch dret d'alp) bezeichnet die durch Weidewirtschaft erzielten Ertragsmasse (Masse und Gewichte) in der voralpin-alpinen Schweiz. Die Grösse von Weiden wird nach Anzahl gesömmerter Kühe, jene von Wiesland nach Anzahl überwinterter Kühe geschätzt und deshalb auch als Kuhsömmerung und Kuhwinterung bezeichnet. Die primäre Bedeutung von Kuhrecht ist das Weiderecht für Kühe, das Recht also, auf einer genossenschaftlich bestossenen Alp eine Kuh zu sömmern. Der Begriff Kuhrecht kennt zahlreiche Begriffsvarianten, unter anderem Kuhrechter, Kuhweid, Kuhalp, Kuhberg, Kuhessen und Kuhschwere, auch Alprechte; französisch auch encranne (Jura), italienisch auch capo di bestiame, capo bovino, bestia grossa. Kuhrechte sind in den alpinen Gebieten noch heute üblich.

Quellen und Literatur

  • A.-M. Dubler, Masse und Gewichte im Staat Luzern und in der alten Eidgenossenschaft, 1975, 24-32 (mit Karte)
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Kurzinformationen
Kontext Stoss

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Kuhrecht", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 30.06.2010. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014194/2010-06-30/, konsultiert am 04.12.2022.