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Eichmass

Das E. ist ein beglaubigtes Referenzmessmittel, mit dessen Hilfe physikal. Grössen gemessen werden (Masse und Gewichte). Heute wird das E. als Normal bezeichnet, in den Quellen finden sich die Ausdrücke Urmass, Schlüfmass, Schlafmass, Muttermass oder Stummen. Bis ins 19. Jh. dienten E.e aus beständigen Metalllegierungen den lokalen Eichmeistern zur offiziellen Bestimmung und Kontrolle der ortsüblichen Masse, Gewichte und Waagen. Ein Primärsatz der wichtigsten Gewichte sowie der Längen-, Flüssigkeits- und Getreidemasse wurde jeweils in der Kanzlei oder im Archiv verwahrt; der Sekundärsatz stand zum Eichen (Fechten, Fichten, Fecken oder bei Flüssigkeiten Sinnen) bereit an einem öffentl. Ort, etwa im Rathaus, Kaufhaus oder in der Sust. Private Masse, Gewichte und Waagen waren zugelassen, wenn sie die amtl. Brandstempel trugen.

Die Aufsicht über das Messwesen teilten sich im Gebiet der heutigen Schweiz bis 1798 städt. und staatl. Obrigkeiten, örtl. Herrschaften und Zünfte. 1803 ging sie an die Kantone über; bis heute üben kant. Eichmeister Kontrollfunktionen aus, so etwa beim Eichen der Tanksäulen. Als die Kantone z.T. auf metrische bzw. auf Schweizer Masse übergingen, kamen die alten lokalen E.e ausser Gebrauch. Aufbewahrt werden sie heute in den Depots der kant. und örtl. Museen. Im Bundesstaat übernahm die 1862 gegr. Eidg. Eichstätte in Bern die Oberaufsicht über das Messwesen in der Schweiz. 1909 wurde sie zum Amt für Mass und Gewicht, 1977 entstand daraus das Eidg. Amt für Messwesen, dessen weiter gefasster Aufgabenbereich u.a. den raschen Entwicklungen im Bereich der Messmittel Rechnung tragen sollte. Seitdem sich die Schweiz 1978 dem internat. Einheitensystem angeschlossen hat, vermittelt und beaufsichtigt das Amt (heute Eidg. Institut für Metrologie) international abgestimmte Masseinheiten.