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MaurusMeyer von Schauensee

Bildnis Maurus Meyer von Schauensee. Öl auf Leinwand von Johann Melchior Wyrsch, 1786 (Kunstmuseum Luzern; Fotografie Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).
Bildnis Maurus Meyer von Schauensee. Öl auf Leinwand von Johann Melchior Wyrsch, 1786 (Kunstmuseum Luzern; Fotografie Bibliothèque de Genève, Archives A. & G. Zimmermann).

14.8.1765 Luzern, 26.9.1802 Santo Domingo, katholisch, von Luzern. Sohn des Franz Rudolf Dietrich Meyer von Schauensee. Bruder von Franz Bernard, Friedrich Fridolin und Ludwig Meyer von Schauensee. Ledig. Schwager des Vinzenz Rüttimann. 1784 trat Maurus Meyer von Schauensee als Unterleutnant ins Schweizergarderegiment in Paris ein. Er begeisterte sich für aufklärerische und freigeistige Ideen und wurde Freimaurer. 1789 erhielt er für vermittelnde militärische Einsätze während der Pariser Unruhen eine Auszeichnung. Der Soldoffizier schloss sich in der Folge der Französischen Revolution an, leistete 1791 den Verfassungseid und wurde französischer Staatsbürger. Im selben Jahr trat er in den Generalstab der französischen Nationalgarde ein. Im Pyrenäenfeldzug stieg Meyer von Schauensee vom Adjutant im Generalstab der östlichen Pyrenäen (1792) zum Brigadegeneral (1795) auf. 1795 kämpfte er gegen die Aufständischen der Vendée, ab 1796 stand er in Italien im Einsatz. Während eines Heimataufenthalts entwarf er 1798 für die Helvetische Republik einen Plan zur Reorganisation des Wehrwesens, der aber nie umgesetzt wurde. In der Schweiz kritisierte Meyer von Schauensee die französischen Besetzer und sympathisierte mit den aufständischen Innerschweizern. Er verfocht gemässigt liberale Positionen und befürwortete einen Bundesstaat. Nach dem Urlaub stand er wieder in französischen Diensten in Italien, wo er nach der Niederlage von Mantua in österreichische Kriegsgefangenschaft (1799-1800) geriet. Diese nutzte er zur Abfassung von militärwissenschaftlichen Studien. Da er den Kommandanten von Mantua verteidigte, entzweite er sich 1800 mit Napoleon Bonaparte, der ihn auf Überseekommandos versetzte. 1801 war Meyer von Schauensee Generalstabschef und Kommandant der Landungstruppe im Mittelmeerseekrieg gegen England. 1802 wurde er zum Generalstabschef der französischen Antillenarmee gegen den Aufstand auf Santo Domingo ernannt. Kurz nach der Ankunft starb er dort an Gelbfieber.

Quellen und Literatur

  • Briefedition (1789-1802), hg. von G. Ribi (in Vorbereitung)
  • H. Dommann, «General Maurus Meyer von Schauensee, 1765-1802, als Zeuge der französischen und helvetischen Revolution», in Innerschweizerisches Jahrbuch für Heimatkunde 15/16, 1951/1952, 9-31
  • L. Haas, General Maurus Meyer von Schauensee und die Französische Revolution, 1956
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Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 14.8.1765 ✝︎ 26.9.1802

Zitiervorschlag

Hörsch, Waltraud: "Meyer von Schauensee, Maurus", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 11.11.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014251/2008-11-11/, konsultiert am 17.05.2021.