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Marc-JacobD'Espine

Porträt, um 1858. Nach einer alten Fotografie (Bibliothèque de Genève).
Porträt, um 1858. Nach einer alten Fotografie (Bibliothèque de Genève).

29.4.1806 Genf, 15.3.1860 Genf, ref., aus einer Fam. von Le Châtelard (Savoyen) und La Motte (Hautes-Pyrénées), die 1792 das Genfer Bürgerrecht erhalten hatte. Sohn des Jean, Drogisten, und der Marie geb. Tallant. Sophie Gütschow, Tochter eines Magistraten von Lübeck. D. studierte am Institut du pasteur François Naville in Chancy, dann an der Genfer Akad. Natur- und Geisteswissenschaften; ab 1826 Medizinstud. in Paris, 1833 Doktorat. 1832 gründete er mit zwei Genfer Freunden, John Bizot und Théodore Maunoir, die Société médicale d'observation de Paris. Ab 1834 war er Arzt in Genf und befasste sich mit medizin. Statistik. 1837 erhielt er vom Genfer Staatsrat den Auftrag, einen Genfer Kontrolldienst der Sterbefälle aufzubauen. Seine Arbeiten brachten ihm internat. Anerkennung ein. 1853 wurde er an den ersten Internat. Kongress für Statistik in Brüssel eingeladen. Man betraute ihn und den Engländer William Farr für den nächsten Kongress (1855, Paris) mit der Aufstellung einer Klassifizierung von Todesursachen. Überzeugt davon, dass deren Kenntnis Präventionsmassnahmen ermögliche, lancierte er eine breit angelegte Informationskampagne, die sich direkt an die Regierungen versch. europäischer Länder wandte. Seine Ideen publizierte er 1858 im "Essai analytique et critique de statistique mortuaire comparée ...". 1853 unterbreitete D. Bundesrat Stefano Franscini einen Plan für die Organisation einer medizin. Statistik in der Schweiz und schlug ihm die Schaffung einer Statistik für Krankheits- und Todesfälle vor. Gleichzeitig wandte er sich an die Schweiz. Naturforschende Gesellschaft, um diese für seine Ideen zu gewinnen. D.s Bemühungen führten zur Schaffung eines eidg. Büros (Bundesgesetz vom 21.1.1860), aus dem das heutige Bundesamt für Statistik hervorging.

Quellen und Literatur

  • R. Mayer, «Un précurseur méconnu», in Gesnerus 48, 1991, 375-393
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