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KonradGessner

Porträt von Konrad Gessner im Alter von 48 Jahren. Öl und Tempera auf Leinwand von Tobias Stimmer, 1564 (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen).
Porträt von Konrad Gessner im Alter von 48 Jahren. Öl und Tempera auf Leinwand von Tobias Stimmer, 1564 (Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen).

16.3.1516 Zürich, 13.12.1565 Zürich, reformiert, von Zürich. Sohn des Urs Gessner, Kürschners, und der Agathe Frick. Wegen des bescheidenen Einkommens des Vaters verbrachte der junge Konrad Gessner den grössten Teil seiner Jugend nicht im Elternhaus. Im Oktober 1531 verlor er seinen Vater wie auch seinen geistigen Förderer Huldrych Zwingli. Nachdem Gessner 1533-1534 an den Universitäten Bourges und Paris studiert hatte, war er während fast zwei Jahren in Zürich als Lehrer tätig. Im September 1537 wurde er zum Professor der griechischen Sprache an die neu gegründete reformierte Akademie in Lausanne berufen. Im Februar 1541 erfolgte in Basel die Promotion zum Doktor der Medizin. Danach liess sich Gessner in seiner Geburtsstadt nieder. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Arzt und Professor für Naturgeschichte. Die geringen Einkünfte zwangen ihn zeitweise zur gelehrten Schriftstellerei, die aber auch einer Neigung entsprach.

Ein Chirurg behandelt einen Kriegsverletzten. Holzschnitt aus Konrad Gessners Werk De Chirurgia, publiziert in Zürich von Andreas und Jakob Gessner, 1555 (Zentralbibliothek Zürich).
Ein Chirurg behandelt einen Kriegsverletzten. Holzschnitt aus Konrad Gessners Werk De Chirurgia, publiziert in Zürich von Andreas und Jakob Gessner, 1555 (Zentralbibliothek Zürich). […]

Gessners Werke legen ein beredtes Zeugnis seiner Schaffenskraft und Gelehrtheit ab. Bereits 1537 veröffentlichte er ein griechisches Wörterbuch, dem weitere philologische Arbeiten folgten, so etwa der sogenannte Mithridates (1555), der das erste Buch der vergleichenden Sprachwissenschaft darstellt, oder die Editio princeps von Kaiser Marc Aurels Meditationes (1559). Mit der 1545 erschienenen Bibliotheca universalis, der ersten gedruckten Bibliografie aller bis zu diesem Zeitpunkt bekannten hebräischen, griechischen und lateinischen Werke, gelang ihm ein grossartiger Wurf, der ihn auch über die Grenzen der Eidgenossenschaft hinaus bekannt werden liess. An Gessners medizinische und pharmakologische Leistungen erinnert in erster Linie sein Thesaurus Euonymi Philiatri (1552), der zu einem Standardwerk unter den medizinischen Rezeptbüchern avancierte und in verschiedenen Sprachen übersetzt wurde. Mit der 1551-1558 erschienenen Historia animalium wurde Gessner zum Begründer der modernen beschreibenden Zoologie, und die Descriptio montis Fracti (1555) gilt als das erste Werk der Pflanzengeografie. Überhaupt betrieb er lebenslänglich botanische Studien und versuchte dabei unter anderem, der Verwandtschaft und Geschlechtlichkeit der Pflanzen auf die Spur zu kommen. Gessners Schriften zeugen auch von weitreichenden erdwissenschaftlichen Interessen, die sich vor allem in seinem letzten zu Lebzeiten gedruckten Werk De omni rerum fossilium genere (1565) niedergeschlagen haben. Gessner starb als weltbekannter und selbst vom katholischen Kaiser Ferdinand I. geachteter Gelehrter an der Pest. Die 1943 gegründete Fachzeitschrift Gesnerus, offizielles Organ der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, ist nach seinem latinisierten Namen benannt.

Quellen und Literatur

  • H. Fischer, «Conrad Gessner 1516-1565», in Neujahrsblatt der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, 1966
  • H. Fischer et al., Conrad Gessner 1516-1565: Universalgelehrter, Naturforscher, Arzt, 1967
  • H.H. Wellisch, Conrad Gessner: A Bio-Bibliography, 21984
  • U.B. Leu, Conrad Gessner als Theologe, 1990
  • U.B. Leu, «Konrad Gessner und die Neue Welt», in Gesnerus 49, 1992, 279-309
  • U.B. Leu, Conrad Gessner (1516-1565), 2016
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