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MartinWaltisburger

Waldbruder von Altishofen. Der Eremit Martin Waltisburger wurde 1714 anonym als Verfasser eines utopischen Libells denunziert, in dem er unter anderem die Schleifung der Stadtmauern, die freie Wahl von «Landesvätern», die Einrichtung von Schulen, die Enteignung der Klöster und die Ablösung der Bodenzinse verlangte. Seine Forderungen waren eine Mischung aus Elementen der bäuerlichen Freiheitstradition und Ideen gelehrter Sozialutopisten des 17. Jahrhunderts. Auf Bestreben Luzerns wurde Waltisburger in Stans festgenommen und ausgeliefert. Wegen Aufwiegelung zu sozialem Aufruhr wurde er zu 101 Jahren Galeerenstrafe verurteilt.

Quellen und Literatur

  • L. Ettlin, «Dr. Johann Baptist Dillier», in Obwaldner Geschichtsbl. 11, 1969, 156-169
  • H. Wicki, Staat, Kirche, Religiosität, 1990
Weblinks

Zitiervorschlag

Egloff, Gregor: "Waltisburger, Martin", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.04.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014518/2012-04-05/, konsultiert am 17.01.2022.