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ThéodoreTurquet de Mayerne

28.9.1573 Genf, 22.3.1655 Chelsea (London), protestantisch. Sohn des Louis, Flüchtlings aus Lyon, Historikers, und der Louise Le Maçon. Patenkind des Theodor Beza. 1) Margaretha Elburg van den Boetzelaer van Asperen, 2) 1630 Isabella Joachimi. Studium in Genf, 1588-1591 an der Universität Heidelberg, 1592-1597 an der medizinischen Fakultät in Montpellier, dort Doktorat. Unter dem Einfluss von Joseph Du Chesne eignete Théodore Turquet de Mayerne sich die Prinzipien der chemischen Medizin an. Der französische König Heinrich IV. ernannte ihn 1598 zum Leibarzt. 1599-1601 begleitete er Herzog Henri de Rohan auf einer Europareise. In der Auseinandersetzung zwischen den Paracelsus-Schülern und den Vertretern der herkömmlichen Medizin Galens nahm Turquet de Mayerne für die Ersteren Partei. Die medizinische Fakultät von Paris verbot daraufhin ihren Mitgliedern, mit ihm zusammen Konsultationen durchzuführen. Nach einem ersten Aufenthalt in England 1606 liess er sich 1611 auf Anfrage von König Jakob I. in London nieder. 1616 wurde Turquet de Mayerne vom königlichen Ärztekollegium zum Hofarzt gewählt. Er widmete sich chemischen Experimenten, bereicherte die Pharmakologie mit mehreren Entdeckungen und sammelte bei Kunsthandwerkern und Künstlern, darunter Peter Paul Rubens, Informationen über ihre Techniken. Er behielt seine Verbindungen mit Genf, als dessen offiziöser Botschafter er sich sah. 1621 erstand er die Herrschaft Aubonne. Der in England als Innovator angesehene Turquet de Mayerne führte 1603-1653 ein Journal mit seinen Behandlungen; dieses umfasst rund 20 handschriftliche Bände. 1624 Ritter.

Quellen und Literatur

  • «Lettres de Théodore Turquet de Mayerne au Petit Conseil de Genève», in Mémoires et documents publiés par la Société d'histoire et d'archéologie de Genève 15, 1865, 182-212
  • B. NanceTurquet de Mayerne as Baroque Physician, 2001
  • H.R. Trevor-Roper, Europe's Physician, 2006
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Zitiervorschlag

Robert Netz: "Turquet de Mayerne, Théodore", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.12.2012, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014674/2012-12-04/, konsultiert am 24.05.2024.