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SophieArnold-Zurbrügg

«Das war Mutter Arnold!» Nachruf auf Sophie Arnold-Zurbrügg, verfasst von Marie Dübi-Baumann. Doppelseite mit zwei Porträtfotografien aus der in Zürich erschienenen Zeitschrift Frauenwelt. Schweizerische illustrierte Monatsschrift für Frauen, Nr. 3, März 1939 (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich, N 1137).
«Das war Mutter Arnold!» Nachruf auf Sophie Arnold-Zurbrügg, verfasst von Marie Dübi-Baumann. Doppelseite mit zwei Porträtfotografien aus der in Zürich erschienenen Zeitschrift Frauenwelt. Schweizerische illustrierte Monatsschrift für Frauen, Nr. 3, März 1939 (Schweizerisches Sozialarchiv, Zürich, N 1137).

26.2.1856 Basel, 22.2.1939 Basel, reformiert, später konfessionslos, von Frutigen, nach der Heirat von Altdorf (UR). Tochter des Fabrikarbeiters Samuel Zurbrügg und der Verena geborene Heiz. 1879 Wilhelm Arnold, Redaktor und Vertreter der Arbeiterbewegung. Sophie Zurbrügg wuchs nach dem Tod ihrer Eltern in kleinbäuerlichen Verhältnissen bei ihren Grosseltern in Frutigen auf. Nach der Schule arbeitete sie in der Bandfabrik Fiechter in Basel, dann als Magd in der Innerschweiz. Zwischen 1880 und 1898 gebar Sophie Arnold-Zurbrügg zehn Kinder. Durch ihren Mann stiess sie zur Arbeiterbewegung und gründete 1891 in Basel, wo sie von 1885 an wohnte, den bis 1900 nachgewiesenen Verein der Schneiderinnen und Weissnäherinnen, der sich als Parallelorganisation zum Arbeiterinnenverein verstand und unter anderem auf genossenschaftlicher Grundlage die Vermittlung von Heimarbeit betrieb. Unter der Leitung von Sophie Arnold-Zurbrügg und Emma Wahlen schloss sich dieser im gleichen Jahr dem Schweizerischen Arbeiterbund an, in dessen Vorstand Arnold-Zurbrügg 1906-1919 (mit Unterbruch) Mitglied war. 1895 konstituierte sich unter ihrem Präsidium ein Frauenbund, der sich mangels Interesse 1897 auflöste. Der von ihr 1900 mitgegründete Stauffacherinnenverein (Nachfolger des Schneiderinnenverbands) fusionierte 1912 mit dem Arbeiterinnenverein (vor allem Fabrikarbeiterinnen) und war Mitglied des 1890 gegründeten Schweizerischen Arbeiterinnenverbands, in dessen Vorstand sie aktiv war. Nach der Spaltung der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SPS) trat Arnold-Zurbrügg 1920 der Kommunistischen Partei (KP) bei. Schon zu Lebzeiten ihres Mannes und erst recht nach dessen Tod 1914 sorgte sie als Wäscherin und Näherin und mit Kursen im Zuschneiden und Weissnähen für den Unterhalt ihrer Familie. Sie unterstützte Heimarbeiterinnen mit besser bezahlten Aufträgen für Männerhemden. Bis ans Lebensende blieb Sophie Arnold-Zurbrügg mit der Arbeiterinnenbewegung verbunden; noch kurz vor ihrem Tod arbeitete sie in einem Strickzirkel für die Opfer des spanischen Bürgerkriegs. Für ihr unermüdliches Engagement erhielt sie den Übernamen «Mutter Arnold».

Quellen und Literatur

  • Frauenwelt. Schweizerische illustrierte Monatsschrift für Frauen, 3, 1939.
  • Devecchi-Bertschmann, Anna: Ausgewählte Kurzbiographien von sozial und politisch engagierten Basler Frauen, 1977.
  • Frei, Annette: Rote Patriarchen. Arbeiterbewegung und Frauenemanzipation in der Schweiz um 1900, 1987, S. 177-178.
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF
Kurzinformationen
Variante(n)
Mutter Arnold (Übername)
Sophie Arnold (Ehename)
Sophie Zurbrügg (Taufname)
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 26.2.1856 ✝︎ 22.2.1939

Zitiervorschlag

Braunschweig, Sabine: "Arnold-Zurbrügg, Sophie", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 06.05.2021. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014789/2021-05-06/, konsultiert am 22.10.2021.