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WilhelmArnold

13.11.1848 Basel, 13.9.1914 Basel, von Altdorf (UR). Sohn des Balthasar, Seidenfärbers und in den 1860er Jahren Mitglieds des Internationalen Arbeitervereins, und der Elisabetha geborene Zurfluh. 1879 Sophie Zurbrügg (->). Auf die Schriftsetzerlehre in Basel folgte die Wanderschaft, nach der er sich in Altdorf niederliess. Dort arbeitete er in der Druckerei des liberalen Oppositionsblatts. Als Gründer und Exponent des Grütlivereins geriet er politisch ins Abseits, weshalb er 1885 nach Basel zurückkehrte. Hauptberuflich war Wilhelm Arnold vorerst Schriftsetzer in der Vereinsdruckerei des Typographenbunds, die 1876 infolge des Typographenstreiks als Genossenschaft gegründet worden war. Dort erschien ab 7. August 1886 als Organ des neu gegründeten Basler Arbeiterbunds der "Arbeiterfreund". Im ersten Jahr zeichnete Arnold als Redaktor; dann musste er Eugen Wullschleger weichen. Arnold blieb bei der Vereinsdruckerei und redigierte 1896-1898 nebenamtlich die "Helvetische Typographia". 1897, nach Wullschlegers Abgang, zeichnete Arnold zuerst interimistisch, dann bis zu seinem Tod definitiv als Redaktor des Basler "Vorwärts". Daneben beteiligte er sich äusserst aktiv in der Arbeiterbewegung, unter anderem als Präsident des Basler Arbeiterbunds 1886 und 1888-1890. Als Redaktor des "Vorwärts" verlor er mehrere Presseprozesse und musste kurze Gefängnisstrafen absitzen, was aber seine Popularität nur erhöhte. Wegen seiner abnehmenden Sehkraft konnte er schliesslich nur noch kleine Aufgaben wie die Gerichtsberichterstattung übernehmen. Im Horburgquartier schaffte Arnold 1887 erstmals die Wahl in den Basler Grossen Rat. Er wurde in der Folge immer bestätigt, zuletzt im Frühling 1914. Im Kantonsparlament gab er unter anderem Anstoss zur berühmten Wohnungsenquete von Karl Bücher. Als die SPS 1891 ihren Vorort nach Basel verlegte, amtierte Arnold als korrespondierender Sekretär. Neben Wullschleger, in dessen Schatten er immer stand, wirkte er gegen Ende des 19. Jahrhunderts als wichtigster Organisator der Basler Arbeiterbewegung.

Quellen und Literatur

  • Basels Wohnungselend, 1891
  • B. Degen, Das Basel der andern, 1986
  • W. Haeberli, Die Gesch. der Basler Arbeiterbewegung von den Anfängen bis 1914, 2 Bde., 1986-87
Weblinks
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Kurzinformationen
Familiäre Zugehörigkeit
Lebensdaten ∗︎ 13.11.1848 ✝︎ 13.9.1914

Zitiervorschlag

Bernard Degen: "Arnold, Wilhelm", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.10.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014790/2001-10-29/, konsultiert am 26.05.2024.