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Johann JakobSpeiser

Porträt von Johann Jakob Speiser. Lithografie von Friedrich Hasler für die Gallerie berühmter Schweizer der Neuzeit, publiziert 1863-1871 (Historisches Lexikon der Schweiz, Bern).
Porträt von Johann Jakob Speiser. Lithografie von Friedrich Hasler für die Gallerie berühmter Schweizer der Neuzeit, publiziert 1863-1871 (Historisches Lexikon der Schweiz, Bern).

27.2.1813 Basel, 8.10.1856 Basel, reformiert, von Wintersingen und ab 1816 von Basel. Sohn des Johann Jakob, Tuch- und Porzellanhändlers, und der Anna Margaretha geborene Baumgartner. 1839 Dorothea Esther Hauser, Tochter des Daniel Kaspar, Wirts, Enkelin des Johann Jakob Faesch. Gymnasium, 1828-1831 Handelslehre in Lausanne. Mitarbeiter in der väterlichen Tuchhandlung, Aufenthalte in Mülhausen, Marseille, Bordeaux und Liverpool. Ab 1839 in Basel Agent für französische und englische Grosshandelsfirmen. 1843 Zivilrichter, 1852 Basler Grossrat. Johann Jakob Speiser gründete 1843 mit Karl Geigy die Gesellschaft der Giro- und Depositenbank in Basel, wurde deren Direktor und gab seine Handelstätigkeit auf. 1845 wurde das Institut durch die Bank in Basel (Notenbank) ersetzt, die von denselben Personen getragen wurde und bis 1855 ebenfalls unter der Leitung von Speiser stand. Die Bank überstand die Krisenjahre 1847-1850, als die politischen Wirren in Frankreich die Basler Wirtschaft beeinträchtigten, dank der Gründung eines Kreditvereins 1848, die ebenfalls von Speiser angeregt worden war. Speiser war schweizweit an der Bildung mehrerer Banken beteiligt und regte 1850 eine Verbindung schweizerischer Banken zur Vereinfachung der Notenzirkulation an. 1849 wurde er als eidgenössischer Experte mit der Durchführung der Währungs- und Münzreform betraut. Entgegen seiner früheren Meinung trat Speiser bald für ein schweizerisches System mit französischem Münzfuss ein, wie es das im Mai 1850 erlassene Münzgesetz auch vorsah. Die Umsetzung der Reform 1851-1852 gelang Speiser mit einem geringeren Verlust als erwartet. 1848-1849 reorganisierte er auch das Rechnungswesen der eidgenössischen Finanzverwaltung. Im Vorfeld der Abstimmung zum Eisenbahngesetz 1852 befürwortete Speiser eine Staatsbahn und warnte vor privaten Monopolen. Mit Geigy und Achilles Bischoff gründete er 1853 die Schweizerische Centralbahn, die er bis 1856 präsidierte. Schon 1852 hatte er sich für den Bau einer Gotthardbahn ausgesprochen. Wohltätig wirkte er etwa 1848 als Vorsteher der Basler Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige.

Quellen und Literatur

  • StABS, Nachlass
  • H. Bauer, «Johann Jakob Speiser (1813-1856)», in Schweizer Pioniere der Wirtschaft und Technik 18, 1967, 103-131
Weblinks
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 27.2.1813 ✝︎ 8.10.1856

Zitiervorschlag

Patricia Zihlmann-Märki: "Speiser, Johann Jakob", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 08.01.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014815/2013-01-08/, konsultiert am 03.03.2024.