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MosesNordmann

20.9.1809 Hegenheim (Elsass), 28.4.1884 Hegenheim, isr., Franzose. Sohn des Emanuel Meyer, Viehhändlers, und der Madeleine geb. Didisheim. 1835 Gütele Augustine Bloch. 1829 Stud. in Heidelberg, rabbin. Ausbildung bei Abraham Bing in Würzburg. N. war der erste franz. Rabbiner mit akadem. Bildung und betreute nach 1834 von Hegenheim aus neben seinem Oberelsässer Rabbinatsbezirk auch die in die Schweiz eingewanderten jüd. Handelsleute von Basel, Biel, La Chaux-de-Fonds, Lausanne und Bern. Als Vorkämpfer der Gleichstellung der Juden in der Schweiz engagierte er sich 1846 gegen den Judeneid in Bern, verfasste Artikel in der Schweizer Presse und Petitionen für Amtsstellen, intervenierte beim franz. Aussenministerium und beim Consistoire central israélite in Paris sowie beim amerikan. Botschafter in der Schweiz (1859) und protestierte gegen die Ausweisung elsäss.-jüd. Handelsleute aus den beiden Basel (1836-39, 1851-53). Überdies setzte er Zeichen für die Integration der jüd. Religion im öffentl.-polit. Raum durch die Einweihungen von Betsälen (Bern, Avenches, Basel). 1848 organisierte er eine Selbstverteidigungsgruppe gegen Übergriffe christl. Elsässer im Sundgau. N. verbesserte das jüd. Volksschulwesen und debattierte aus einer mittleren konservativen Position heraus mit seinem orthodoxen Rivalen, dem Oberrabbiner Salomon Wolf (oder Wolff) Klein in Colmar über eine Modernisierung des jüd. Gottesdienstes.

Quellen und Literatur

  • Predigt gehalten am Sabbath Nachmu in der Synagoge zu Bern, 1861
  • Klänge vom Jordan, 1872
  • A. Weldler-Steinberg, Gesch. der Juden in der Schweiz vom 16. Jh. bis nach der Emanzipation, 2 Bde., 1966-70
  • Dictionnaire biographique des rabbins et autres ministres du culte israélite, hg. von J.-P. Chaumont, M. Lévy, 2007
  • L. Rogg, Regards sur les communautés juives du Sundgau et alentours, 2007
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Lebensdaten ∗︎ 20.9.1809 ✝︎ 28.4.1884