de fr it

JohannesGruber

16.12.1640 Gais, 5.4.1710 Herisau, ref., von Gais, ab 1701 von Herisau. Sohn des Konrad, Landeshauptmannes, und der Anna Rohner. 1) 1661 Anna Schiess, Tochter des Konrad, Rittmeisters, 2) 1703 Elisabeth Schiess, Tochter des Konrad. 1675-79 Ausserrhoder Landesfähnrich, 1679-1701 Landeshauptmann, 1700-09 16-mal Tagsatzungsgesandter, 1701-09 Landammann. G. gehörte zu den ersten Leinwandhändlern Ausserrhodens; zusammen mit Konrad Schiess liess er 1663 sein Handelszeichen im Markenbuch der Kaufleute von Lyon eintragen. 1693 führte er eine Kompanie Appenzeller nach Holland, die später von seinen Söhnen kommandiert wurde. In seiner Stellung als Landammann versuchte er als Haupt der Partei Schiess-G. verschiedentlich, die rivalisierende Partei der Tanner in Misskredit zu bringen; so beschuldigte er fälschlicherweise seinen Vorgänger Laurenz Tanner der Unterschlagung öffentl. Gelder. G. verlor dadurch zunehmend die Gunst des Volkes. Seine zweite Heirat erfolgte 1703 ausserhalb der Kantonsgrenzen, da die nahe Verwandtschaft Elisabeths eine Heirat nach geltendem Gesetz ausschloss. Die Bezahlung der dafür verhängten Busse verweigerte G. beharrlich. Dies und der Missbrauch des Landessiegels zugunsten seines Sohnes brachte das Volk definitiv auf die Tanner'sche Seite und führte 1709 zu G.s Sturz. G. war ferner das Haupt der Gruber'schen Partei im sog. Gruberhandel 1707-12, einer Erbstreitigkeit zwischen den Verwandten väter- (G.) und mütterlicherseits (Ziegler) eines kinderlosen Familienmitglieds, die sich auf die Rivalitäten zwischen den führenden Regentenfamilien in der Landespolitik übertrug. In den profitträchtigen internat. Handelsgeschäften tätig und mit hohen polit. Ämtern betraut, war G. ein herausragender Vertreter der damaligen Ausserrhoder Eliten.

Quellen und Literatur

  • G. Büchler, Gesch. der Fam. Scheuss im Lande Appenzell-Ausserrhoden, 1830, 113-118
  • AWG, 103
  • AppGesch. 2
  • T. Fuchs et al., Herisau, 1999
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF